GFT Technologies erobert die Pole Position

Donnerstag, 30. März 2000

Mit einem Honorarumsatz von 78,1 Millionen Mark im Bereich internet-basierter Lösungen steht der Webdienstleister GFT Technologies unangefochten an der Spitze des Umsatz-Rankings der Multimedia-Agenturen. Branchenpionier Pixelpark, jahrelang umsatzstärkster deutscher Internet-Dienstleister muss sich mit einem im Jahr 1999 erzielten Honorarumsatz von 31,4 Millionen Mark mit dem 3. Platz begnügen. Noch vor Pixelpark liegt USWeb/CKS Deutschland (46 Millionen).

"Größe und Marktbeherrschung kann man nicht nur über gigantische Merger oder Firmenkäufe zu völlig surrealen Preisen erreichen", zeigt sich Ulrich Dietz überzeugt. Als Vorstandsvorsitzender des im Agentur-Ranking 2000 unangefochten auf Platz 1 rangierenden Internetdienstleisters GFT Technologies muss er es wissen. Mit einem heute bekannt gegebenen Honorarumsatz von satten 78,1 Millionen Mark im Bereich web-basierter Lösungen konnte sich die seit Juni 1999 börsennotierte GFT AG zumindest im Jahr 1999 deutlich von der zweitplatzierten Düsseldorfer Dependance von USWeb/CKS (46 Millionen), und der Berliner Pixelpark (31,4 Millionen) absetzen. Pixelpark macht gegenwärtig durch die spektakuläre Übernahme der schwedischen Internetfirmen Cell Network und Mandator Furore, USWeb/CKS ist inzwischen durch die Fusion mit dem amerikanischen Web-Dienstleister Whittman-Hart als "Marchfirst" mit weltweit 8500 Mitarbeitern zum größten Dienstleistungsunternehmen in der Internetbranche avanciert.

Für GFT-Chef Ulrich Dietz indessen stehen Profitabilität und ein "vernünftiges Wachstum" ganz oben auf der Prioritätenliste, und der 1999 weit über dem Branchenschnitt liegende Umsatzzuwachs von 530 Prozent gegenüber 1998 (13,2 Millionen) gehe einher, so Dietz, mit einer "guten Profitlage. Wir sind einer der wenigen Internet-Dienstleister, die schon immer deutlich profitabel sind. Das unterscheidet uns von vielen Konkurrenten, die immer noch Verluste machen."

Mit einem ausgewiesenen Honorar-Umsatz von 46 Millionen Mark im deutschen Markt ist USWeb/CKS erstmals im Agentur-Ranking vertreten. Erwirtschaftet wurde das gute Ergebnis mit einem Mitarbeiterstab von 283 Spezialisten in Hamburg, Düsseldorf, Frankfurt, Chemnitz und München. Roland Tezlaff, Mitglied der Geschäftsleitung, sieht das Internet als "wesentlichen Baustein der Kundenkommunikation, Vertriebssteuerung und Verständigung zwischen und innerhalb der Unternehmen" an. Für ihn ist die Zeit vorbei, in der das Web als isolierter "Informationskanal" oder bloßes Mittel zur Selbstdarstellung genutzt wurde.

Die Berliner Agentur Pixelpark, jahrelang als größter Internet-Dienstleister in Deutschland gehandelt, muss sich 1999 mit einem Honorarumsatz von 31,4 Millionen Mark kurzfristig mit einem dritten Platz bescheiden. Gegenüber dem Vorjahr (21 Millionen) entspricht das einem Zuwachs von 150 Prozent. Die 1991 als Garagenfirma gegründete Agentur, heute 75-prozentige Bertelsmann-Tochter, hat das gute Ergebnis mit einem Stamm von 270 Mitarbeitern erwirtschaftet. Damit beschäftigt sie 100 Spezialisten mehr als 1998.

Nur knapp geschlagen ist die gerade nach Berlin umgezogene einstige "Essinger" Multimedia-Agentur I-D Media, mit 30 Millionen Mark Umsatz und einem Wachstum von 319 Prozent gegenüber 1998 (9,4 Millionen) einer der Shooting-Stars unter den deutschen Webdienstleistern. Wie schon 1998 landete sie auf dem undankbaren vierten Platz. Für Agentur-Gründer und Vorstandsmitglied Bernd Kolb ist der "Multimediaarm" nur ein Geschäftsfeld unter vielen. Kolb: "Wir werden uns künftig als E-Business-Operator auch partnerschaftlich am Aufbau und späteren Betrieb von E-Commerce-Plattformen beteiligen und sehen unsere Rolle durchaus auch als mit-unternehmerische und nicht rein Dienstleistungs-orientierte".

Die Top-100-Multimedia-Agenturen finden Sie hier.
Meist gelesen
stats