G8-Gipfel: Werbungtreibende und Medien beziehen Stellung

Mittwoch, 06. Juni 2007
Im TV-Spot von Absolut Vodka mündet die Konfrontation in eine Kissenschlacht
Im TV-Spot von Absolut Vodka mündet die Konfrontation in eine Kissenschlacht

Der G8-Gipfel reizt nicht nur Demonstranten, auch die Werbebranche meldet sich zu Wort. Im aktuellen TV-Spot von Absolut Vodka, der in Deutschland während des Treffens geschaltet wird, endet eine martialisch anmutende Konfrontation zwischen Polizei und Demonstranten in einer Kissenschlacht. "Damit zeigt sich die Marke als ein lebendiger Teilnehmer der Gesellschaft", stellt Ulrich Pröschel, Marketingdirektor der Absolut-Agentur TBWA, den Zusammenhang zur Kommunikationsstrategie des Kunden her. Positiv verstärkt werde der Effekt durch die klar vermittelte Haltung, "dass die Welt ein besserer Platz sein sollte". Das mahnt auch der Mobile-Marketing-Dienstleister Yoc an. In einer Anzeige im Nachrichtenmagazin "Spiegel" wird Bundeskanzlerin Angela Merkel an die Einhaltung internationaler Verpflichtungen erinnert. Das Publikum wird aufgefordert, per SMS oder im Internet unter www.deinestimme-gegen-armut.de dem Hunger in der Welt die Stirn zu bieten. Die Hilfsorganisation Oxfam wendet sich mit Unterstützung von Y&R in Frankfurt ebenfalls direkt an die Kanzlerin und die mit ihr versammelten Politiker: "G8 - Die Welt kann nicht warten".

Der Sender CNN unterstreicht seine Nachrichtenkompetenz mit der Aussage: "Welcome to the G 193. - The world is looking at Heiligendamm" (Agentur: Heimat, Berlin). Schließlich signalisiert die 3C-Initiative von 41 internationalen Unternehmen (von ABB bis Wallenius Lines) die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen und an die Mächtigen der Welt zu appellieren: "Es ist allerhöchste Zeit zu handeln."


Das Großereignis dominiert auch die Medienberichterstattung. Mit Sonderausgaben, Themenspecials und prominenter Schützenhilfe nehmen die Zeitungsmacher den Kampf am Kiosk auf. Offiziell geht es um gesellschaftliches Engagement. Doch Insider wissen: Ein schockierendes Bild auf Seite 1 oder das Engagement von Bob Geldof als Chefredakteur von "Bild" lässt auch die Auflage steigen. Mediaexperte Frank-Peter Lortz, Geschäftsführer von Zenithmedia, Düsseldorf, sieht das Umfeld kritisch: "Wer präsentiert denn gerne seine Markenbotschaft neben Bildern von hungernden Kindern oder vermummten Autonomen?" si/bn

Mehr zu diesem Thema steht in der HORIZONT-Ausgabe von dieser Woche, die am Freitag, den 8. Juni erscheint.

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