Fußball-WM: Satelliten-Übertragung weiter gefährdet

Montag, 28. Januar 2002

Weil die Satellitenübertragungen von ARD und ZDF teilweise auch im europäischen Ausland zu empfangen sind, haben die öffentlich-rechtlichen Kanäle noch immer Probleme mit den digitalen Senderechten für die Fußball-WM im Sommer. Europäische Sender, die ihrerseits die Landesrechte für eine Ausstrahlung von der Kirch-Gruppe gekauft haben, sehen die Exklusivität ihrer Berichterstattung gefährdet. Der spanische Pay-TV-Kanal Via Digital besteht darauf, dass die Übertragungen der deutschen Sender nicht in Spanien zu empfangen sind.

Um dies zu vermeiden, müssten ARD und ZDF ihre Satellitenübertragungen verschlüsseln. In diesem Fall bräuchten die Zuschauer allerdings einen Receiver mit einer Schnittstelle, die ein Entschlüsselungsmodul annimmt. Diese Module müssten von den Sendern zuvor verteilt werden. Da jedoch nicht alle Zuschauer einen Receiver mit einer solchen Common Interface besitzen, wären viele von ihnen verpflichtet, sich ein neues Gerät zuzulegen. Ein Konzept für eine begrenzte Digitalausstrahlung, das die Sender der Kirch-Gruppe vorgelegt hatten, ist bei den Verantwortlichen durchgefallen. Derzeit sieht es so aus, dass ARD und ZDF die Spiele nicht per Satellit übertragen können. Schätzungsweise 500.000 Haushalte sind davon betroffen.

Da Via Digital zudem darauf besteht, dass die Kirch-Gruppe dem Sender die Exklusivrechte für alle Übertragungsformen zugesichert hat, könnte es zu einer ähnlichen Situation für die analoge Satellitenausstrahlung kommen. Müssten ARD und ZDF die Spiele auch analog verschlüsseln, wären weitaus mehr Zuschauer betroffen als nur bei einer Digitalkodierung.
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