Fußball-EM schickt Außenwerber Ströer auf Talfahrt

Dienstag, 21. August 2012
Ströer-Chef Udo Müller muss ein weiteres Minus schlucken
Ströer-Chef Udo Müller muss ein weiteres Minus schlucken

Das Kölner Unternehmen Ströer leidet weiterhin unter der volatilen Konjunktur. Im ersten Halbjahr 2012 ging der Umsatz des Außenwerbers um 5,3 Prozent auf 267,4 Millionen Euro zurück. Der Ausblick fällt ebenfalls verhalten aus: Nach der Fußball-Europameisterschaft, die im 2. Quartal die Zahlen verhagelte, werden sich laut der Konzernführung nun die Verschiebungen der Werbebudgets zu den Olympischen Spielen negativ bemerkbar machen. Ströer hat es in den ersten sechs Monaten des Jahres nicht geschafft, an die Umsatzerlöse des Vorjahreszeitraumes heranzukommen. Der organische Umsatz, der Währungskurseffekte sowie Konsolidierung und Beendigung von Geschäftsbereichen ausklammert, fiel um 4,9 Prozent, das Bruttoergebnis vom Umsatz rasselte um 22 Prozent auf 78,5 Millionen Euro nach unten. Das Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) ging um 31,8 Prozent auf 40,8 Millionen Euro zurück.

Auch das Deutschlandgeschäft, Ströers größter Umsatzbringer, konnte im ersten Halbjahr 2012 nicht an die Erfolge von 2011 anknüpfen. Mit 198,5 Millionen Euro erzielte das Segment in den ersten sechs Monaten einen um 4,5 Prozent niedrigeren Umsatz als im Vorjahreszeitraum. Wachstumstreiber soll hier künftig vor allem der Out-of-Home-Channel in Einkaufszentren (OC Mall) sein, der seit 1. August verstärkt vermarktet wird. In der Türkei ging der Umsatz im ersten Halbjahr 2012 noch stärker auf 42,4 Millionen zurück - das entspricht einem Minus von 5,7 Prozent. Verantwortlich dafür macht Ströer hauptsächlich die Kosten für den Ausbau des Werbeträgernetzes aufgrund des ausgeweiteten Billboard-Vertrags in Istanbul, dem noch keine entsprechenden Umsätze gegenüberstanden.

Ein ähnliches Bild zeigt sich im Segment Sonstige - darunter fallen die Außenwerbeaktivitäten in Polen sowie die Blowup-Gruppe, die das westeuropäische Riesenpostergeschäft bündelt. Um 10,3 Prozent ging der Umsatz hier zurück und fiel auf 26,7 Millionen Euro, das organische Wachstum verringerte sich um 7,1 Prozent.

Eine Besserung ist zunächst nicht in Sicht. Da die Außenwerbemärkte weiterhin von Unsicherheiten auf den Finanzmärkten und von temporären Verschiebungen der Werbebudgets im Umfeld der Olympischen Spiele beeinträchtigt blieben, erwartet Ströer auch für das 3. Quartal eine ähnliche Umsatzentwicklung. Vorstandsvorsitzender Udo Müller übt sich dennoch in Optimismus: "Wir sind davon überzeugt, dass wir durch unsere hervorragende Marktposition, unsere anhaltenden Investitionen in Wachstumsprojekte und das Angebot an Qualitätsprodukten vom strukturellen Wandel in den Medienmärkten profitieren werden." kl
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