Fußball-Bundesliga: DFL bietet Rechtepaket für Internet-Sportschau an

Donnerstag, 10. November 2011
"Wir bluffen nicht": DFL-Chef Christian Seifert
"Wir bluffen nicht": DFL-Chef Christian Seifert


Die Deutsche Fußball-Liga könnte noch in diesem Jahr die TV-Rechte für die Fußball-Bundesliga für die Jahre 2013 bis 2017 ausschreiben. Dem Bundeskartellamt liegt ein Konzept mit insgesamt 23 Rechtepakete zur Genehmigung vor. Darin enthalten ist wie bereits vermutet auch ein Paket, das eine frühe Zusammenfassung im Internet und auf mobilen Endgeräten vorsieht. Die DFL hat dem Bundeskartellamt ein verbindliches Konzept übermittelt. "Umfasst sind konkrete Zusagen hinsichtlich des Zuschnitts der Rechtepakete, zum Ablauf des Verfahrens sowie zu Entscheidungskriterien, nach denen eine Rechtevergabe erfolgen würde", sagte DFL-Geschäftsführer Christian Seifert der "Süddeutschen Zeitung". Der Auktionsprozess soll im April 2012 abgeschlossen sein.

Das vorgelegte Konzept umfasst insgesamt 23 Rechtepakete. "Davon sind zwölf reine Live-Pakete. Die Pakete der Highlight-Berichterstattung verteilen sich auf ein Klassik-Szenario, das im Wesentlichen der bisherigen Verwertung entspricht. Daneben steht ein Szenario, das wir 'Neue Medien' nennen", erklärt Seifert. "Zentraler Unterschied ist, dass die erste frei empfangbare Zusammenfassung der Highlights der Samstagsspiele über Internet und mobile Endgeräte angeboten wird."

Damit bestätigt der DFL-Chef Berichte, wonach die "Sportschau" durch eine Zusammenfassung der Spiele im Internet abgelöst werden könnte. Im klassischen Fernsehen könnte dann erst ab 21.45 Uhr über die Samstagsspiele berichtet werden. "Wir bluffen nicht. Jedes Szenario ist realistisch", betont Seifert. "Die Mediennutzung verändert sich. Rechteanbieter können diese Entwicklung nicht ignorieren. Genauso wenig wie übrigens private Medienunternehmen und öffentlich-rechtliche Anstalten, die beide erheblichen Aufwand treiben, um sich in den neuen Medien entsprechend zu positionieren."

Die wichtigsten Lizenznehmer sind derzeit die ARD, die rund 100 Millionen Euro für die Zusammenfassungen der Spiele am Samstag bezahlt, und der Pay-TV-Anbieter Sky, der für Pay-TV-Rechte rund 225 Millionen Euro pro Jahr auf den Tisch legt. dh
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