Funke-Gruppe beruft Martin Kall in den Gesellschafterausschuss

Donnerstag, 07. März 2013
Martin Kall
Martin Kall

Die WAZ-Mediengruppe bekommt einen neuen Aufseher. Mehrheitsgesellschafterin Petra Grotkamp hat Martin Kall in den Gesellschafterausschuss der Funke-Gruppe berufen. Kall war bis Ende 2012 Chef des Schweizer Medienkonzerns Tamedia. "Wir freuen uns auf eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit Martin Kall. Er ist ein ausgewiesener Medienfachmann und wird den Gesellschafterausschuss mit seiner Kompetenz verstärken", begrüßt WAZ-Geschäftsführer Christian Nienhaus den neuen Aufseher. Der Absolvent der Harvard Business School war nach Stationen bei Bertelsmann und dem Schweizer Verlag Ringier von 2002 bis 2012 Vorstandsvorsitzender des Schweizer Medienkonzerns Tamedia.

Unter seiner Führung wurde der Zeitungsverlag zum größten Medienhaus der Schweiz. Mit der Übernahme der Gratiszeitung "20 Minuten" sorgte der Manager für Aufsehen weit über die Grenzen der Schweiz hinaus - in Beiträgen über seine Person wird der Deal gerne ein "Husarenstück" genannt. 2012 schied Kall aus freien Stücken aus dem Amt. Er wolle sich mit Anfang 50 noch einmal neu orientieren, begründete er den Schritt.

In der mit dem digitalen Medienwandel kämpfenden WAZ-Gruppe werden die Erfahrungen des harten Sanierers Kall hochwillkommen sein. In der Schweiz machte angesichts der von Kall verordneten harten Sparmaßnahmen das unschöne Wort vom "Kall-Schlag" die Runde. Und WAZ-Chefredakteur Ulrich Reitz beschreibt den Manager in einem Artikel zu seiner Berufung als "freundlich, ausgeglichen und – knallhart". dh
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