"Freundin Donna" im HORIZONT-Check: Ein Bündel Lesestoff für die junggebliebene Frau

Dienstag, 11. Mai 2010
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Sie sieht so aus, wie eine Frauenzeitschrift, die Anspruch auf Qualität erhebt, eben aussehen sollte: Umfangreich, Klebebindung, verschiedene Papierarten, eine lachende Frau auf dem Cover - sympathisch und durch die Farbtöne zartlila bis pink stimmig. „Freundin Donna" heißt das Frauenmagazin, das Burda am morgigen Mittwoch startet und das bei Erfolg ab Herbst regelmäßig monatlich oder zweimonatlich erscheinen soll. HORIZONT.NET hat sich das Magazin für die Frau ab 45 einmal angeschaut. Die Rubriken „Mode", „Beauty & Wellness", „Leben & Lieben", „Gesundheit", „Kreativ Wohnen", Kultur", „Kochen" und „Reise" entsprechen denen einer klassischen Frauenzeitschrift. Wer erwartet hat, auf den folgenden Seiten ausschließlich Damen fortgeschrittenen Alters zu sehen, hat sich getäuscht:

Das Magazin für die Frau ab Mitte 45 gibt sich betont junggeblieben. So junggeblieben, dass man schon genau hinschauen muss, um den Unterschied zur jünger positionierten Schwester „Freundin" oder zu anderen Frauenmagazinen, die sich nicht explizit an die „reifere Frau" wenden, festzustellen. Vor allem wenn es - im letzten Heftdrittel - um Themen von allgemeinem Interesse wie Handarbeit, Gärtnern, Kochen, Wohnstile und Haushaltstipps geht.

Aber auf den zweiten Blick wird die Zielgruppenansprache deutlich: Hier ein Artikel über die 68-jährige Barbra Streisand, dort eine Trendseite über bequeme Mokassins. Die Bademode zeigt statt knapper Höschen lieber Badeanzüge, Bügel-BHs und Tuniken. Am deutlichsten wird die Ansprache der Leserin jenseits von Mitte 40 aber in Artikeln wie der Titelgeschichte, die unter dem Thema  „Jetzt bin ich mal dran" steht - dem inoffiziellen Motto des Magazins. Porträtiert werden aktive Frauen, teils über 60, die von Träumen berichten, die sie jetzt verwirklichen. Hierin dürfte die Leserin ein sehr großes Identifikationspotenzial finden. Begleitend dazu gibt es ein Experten-Interview („Wie ein Befreigungsschlag"). Zwar wirkt das Thema dadurch „rund", fällt mit den bildlastigen Seiten aber recht knapp für eine Coverstory aus.

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Auch ernste Themen wie Krebs oder sensible wie die Frage nach sexueller Leidenschaft mit über 60, sind kein Tabu für „Freundin Donna". Sehr wenig dagegen kommen Männer zu Wort - abgesehen von einem Sky-du-Mont-Interview hat Chefredakteurin Ulrike Zeitlinger den Fokus unverkennbar auf weibliche Protagonisten gelegt.

Fazit: „Freundin Donna" enthält viele Themen, die speziell ältere Frauen ansprechen, aber auch eine Reihe, die von Allgemeininteresse sind. Bei knapp 260 Seiten Lesestoff dürfte jedoch für jede Leserin etwas dabei sein. se
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