Frequenzstreit in Thüringen

Mittwoch, 24. Oktober 2001

Nach einer Gerichtsentscheidung muss die Jugendwelle von Antenne Thüringen, Radio Top 40, eine ihrer beiden UKW-Frequenzen abschalten. Geklagt hatte der zweite Thüringer Privatsender, die Landeswelle Thüringen. Geschäftsführer Helmut Raßfeld begründet seinen Gang zum Verwaltungsgericht damit, dass Radio Top 40 als DAB-Programm zugelassen worden sei. Eine nachträgliche Versorgung mit terrestrischen Stützfrequenzen wie in Gera sei nicht vorgesehen gewesen. Die von der Thüringer Landesmedienanstalt (TLM) vergebene Frequenz hätte ausgeschrieben werden müssen. "Jetzt werden einem Marktpartner mehr Chancen eingeräumt", sagte Raßfeld. Dem widerspricht TLM-Chef Victor Henle. Das Thüringer Rundfunkgesetz verlange nur eine Frequenzausschreibung bei der Zulassung von neuen Programmen. Im Falle von Radio Top 40 werde lediglich die Reichweite eines bereits zugelassenen Programms erhöht. Die TLM legte Rechtsmittel gegen die Eil-Entscheidung des Verwaltungsgerichtes Weimar ein.

Sollte die Entscheidung Bestand haben, müssten alle Antenne Thüringen und der Landeswelle zugewiesenen Frequenzen für eine bessere Versorgung zurück genommen und neu ausgeschrieben werden. Betroffen wären sieben Frequenzen der Landeswelle und drei von Antenne. Antenne-Chef Hans-Jürgen Kratz empfindet die Situation vor allem in der laufenden Media-Analyse als misslich: Gera ist die zweitgrößte Stadt Thüringens. Er vermutet hier ein Potential von 25 000 bis 30 000 Hörern in der Altersgruppe 14- bis 25 Jahre. Kratz beruft sich darauf, dass er mit der Zulassung von Radio Top 40 auch auf die von Antenne in Erfurt frei gegebene UKW-Frequenz zurück greifen durfte. Am 7. September hatte Kratz die Geraer Frequenz erhalten.

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