Freie Bahn für Premiere im privaten Kabelnetz

Freitag, 08. Oktober 1999

Premiere World wird künftig an den privaten Kabelnetzbetreiber Deutsche Netzmarketing GmbH (NMG) Durchleitungsgebühren zahlen. Darauf einigten sich heute beide Partner in Hamburg. Hinter der NMG stehen 30 Gesellschafter mit rund drei Millionen ans Kabel angeschlossenen Haushalten. Weiter sieht die Vereinbarung vor, dass die Kabelnetzbetreiber auch in den Service und den Vertrieb von Premiere World mit eingebunden werden. Darüber hinaus hat Premiere zugebilligt, dass die privaten Kabelnetzbetreiber eigene, von der D-Box unabhängige Plattformen betreiben können. Die NMG hat im Gegenzug dafür zu sorgen, dass die Premiere-World-Abonnenten das gewünschte Programm empfangen können. „Damit wurde der letzte große Meilenstein, um Pay-TV in Deutschland zum Erfolg zu führen, bewältigt“, kommentierte Premiere-Geschäftsführer Dr. Ferdinand Kayser den Vertragsabschluß. Einen großen Durchbruch bedeutet für die privaten Kabelnetzbetreiber dieser Vertragsabschluss. „Bisher war es doch so, dass wir die Leistung wie den Aufbau des Kabelnetzes erbracht haben, dafür aber keine Einnahmen von den Sendern erhielten. Das wird sich nun ändern“, konstatierte Thomas Braun, Vorsitzender des Beirates der NMG. Er werde deshalb allen Mitgliedsfirmen empfehlen, die teilweise geschalteten Sperrfilter abzuschalten und das Premiere-Programm durchzuleiten. Hinter der NMG steht der ANGA Verband Privater Kabelnetzbetreiber, derzeit rund 50 Unternehmen, sowie der GdW Bundesverband Deutscher Wohnungsunternehmen, die in Deutschland und in Österreich Kabelanlagen betreiben.
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