Freenet steigt mit Ex-Mobilcom-Chef Schmid in den Strommarkt ein

Dienstag, 19. Februar 2008
Freenet verspricht jetzt auch Strom-Schnäppchen
Freenet verspricht jetzt auch Strom-Schnäppchen

Der deutsche Strommarkt ist um eine Marke reicher. Jetzt steigt auch der Hamburger Telekommunikationskonzern Freenet in das Geschäft mit Ökostrom ein. Das Unternehmen, das 2007 seine frühere Muttergesellschaft Mobilcom übernahm und vor wenigen Monaten noch vor der Zerschlagung stand, arbeitet dafür eigenen Angaben zufolge mit dem Anbieter Bonus Strom zusammen. Delikat: Dessen Geschäftsführer Gerhard Schmid ist ein alter Bekannter des Unternehmens. Schmid hatte Mobilcom 1991 gegründet. Nach einem heftigen Streit mit dem damaligen Großaktionär France Telecom war er 2002 als Vorstand entlassen worden und hatte sich im Anschluss einen jahrelangen Rechtsstreit mit dem französischen Konzern geliefert.  Im Jahr 2003 hatte er Privatinsolvenz anmelden müssen. Bonus Strom gehört seiner Frau.


Von der gerade beschlossenen Partnerschaft versprechen sich die beiden Konzerne viel. "Es gibt eine sehr hohe Bereitschaft der Kunden den Anbieter zu wechseln - das wird ein wichtiger neuer Motor für unsere Shops und den Fachhandel", glaubt Freenet-Chef Eckhard Spoerr. Bonus-Strom-Chef Schmid weiß ebenfalls, was er an seiner früheren Tochter Freenet hat: "Mit Freenet gewinnen wir gleich zu Beginn unserer Stromvermarktung einen erfahrenen und sehr kompetenten Vertriebspartner", so Schmid. Die Tarife Freenet Strom Öko und Freenet Strom Clever sollen künftig in den rund 370 Freenet-Mobilcom-Shops, im Fachhandel sowie über den Direktvertrieb und via Promotion an den Kunden gebracht werden. Damit wäre Freenet nach eigenen Angaben der erste große stationäre Anbieter für Stromprodukte in Deutschland.

Freenet-Chef Eckhard Spoerr macht Geschäfte mit dem Ex-Mobilcom-Chef Gerhard Schmid
Freenet-Chef Eckhard Spoerr macht Geschäfte mit dem Ex-Mobilcom-Chef Gerhard Schmid
Freenet ist nicht die einzige Telekommunikationsmarke, die sich als Stromanbieter betätigt. Erst vor kurzem hatte der Hamburger Mobilfunkdiscounter Klarmobil, als einstige Tochter von Mobilcom ebenfalls mit Freenet verbandelt, den Einstieg in den Strommarkt angekündigt. Klarmobil arbeitet allerdings mit dem Anbieter Eprimo zusammen.

Mit seinen Strom-Angeboten will Freenet insbesondere die Zielgruppe der umweltbewussten Verbraucher erreichen. Das Unternehmen betont, dass der Strom ausschließlich aus erneuerbaren Energien besteht und zu 100 Prozent CO2-frei ist. Vorstandschef Spoerr will auch die preisbewusste Kernzielgruppe der Marke Freenet für die neuen Stromangebote sensibilisieren. Um diese zu ködern wirbt Freenet damit, den Kilowattstunden-Preis, den Kunden bislang bezahlen, immer um 1 Cent zu unterbieten. Der Grundpreis soll dagegen derselbe sein, den der Kunde bei seinem jetzigen Versorger zahlt.

Die Stromangebote werden zunächst am PoS mit Plakaten und Flyern beworben (Agentur: Team Go-Direct, Hamburg). Eine größere klassische Kampagne, die dann wohl wieder von der klassischen Leadagentur Flemming Pfuhl kreiert wird, ist laut einer Sprecherin erst zu einem späteren Zeitpunkt geplant.
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