Freenet: Der Übernahmepoker geht weiter

Freitag, 04. April 2008
Verhandeln wieder: Eckhardt Spoerr...
Verhandeln wieder: Eckhardt Spoerr...

Der Poker um die Zukunft der Telekommunikationsmarke Freenet geht weiter. Nachdem die Gespräche mit den Kaufinteressenten United Internet, Montabaur, und Drillisch, Maintal, Ende November 2007 überraschend abgebrochen wurden, wollen sich die drei Parteien nun offenbar wieder an einen Tisch setzen. Wie Freenet mitteilt, wird das Unternehmen die nun ausgesprochene Einladung von United Internet und Drillisch zur Wiederaufnahme von Verhandlungen annehmen. Während United-Internet-Chef Ralph Dommermuth vor allem auf das DSL-Geschäft von Freenet schielt, gilt das Interesse von Drillisch-Chef Paschalis Choulidis - mit einem Anteil von rund 25 Prozent selbst ein Großaktionär von Freenet - allein der Mobilfunk-Sparte des Hamburger Konzerns, der Anfang 2007 mit seiner ehemaligen Muttergesellschaft Mobilcom fusionierte.

und Ralph Dommermuth
und Ralph Dommermuth
Um die Übernahme stemmen zu können, hatten United Internet, die Nummer 2 im DSL-Markt, und der Mobilfunk-Service-Provider Drillisch 2007 eine gemeinsame Beteiligungsgesellschaft unter dem Namen MSP Holding GmbH gegründet. Die Unternehmen wollen sich bei der zweiten Gesprächsrunde mit Freenet nicht viel Zeit lassen. Innerhalb von 2 Monaten sollen die Verhandlungen abgeschlossen sein.

Dass Freenet-Chef Eckhard Spoerr nun wieder gesprächsbereit ist, kommt nicht von ungefähr. Erst kürzlich wurde bekannt, dass Freenet Verhandlungen mit dem Finanzkonzern Permira über den Erwerb der Stuttgarter Debitel-Gruppe aufgenommen hat. Bei dem Geschäft wären Erlöse aus dem Verkauf des DSL-Geschäfts mit rund 1,3 Millionen Kunden sehr hilfreich. Unternehmenssprecherin Elke Rüther betont auf Anfrage von HORIZONT.NET allerdings, dass Freenet die Übernahme von Debitel auch ohne den Verkauf des DSL-Geschäfts bewältigen könnte. "Das läuft unabhängig voneinander", so Rüther. Fraglich ist auch, ob Drillisch bei dem Deal mitspielen würde. Schließlich wollte der Mobilfunkanbieter das Mobilfunkgeschäft von Freenet selbst übernehmen.
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