Freenet / Debitel: Designierter Marketing-Chef Steil geht / Spoerr übernimmt

Freitag, 17. Oktober 2008
Oliver Steil nimmt seinen Hut
Oliver Steil nimmt seinen Hut

Der Machtkampf zwischen Freenet-Chef Eckhard Spoerr und Debitel-Boss Oliver Steil ist entschieden. Der Sieger heißt einmal mehr Eckhard Spoerr. Sein Kontrahent Steil wird den Stuttgarter Mobilfunk-Serviceprovider verlassen, "im gegenseitigen Einvernehmen", wie das kürzlich von Freenet übernommene Unternehmen mitteilt.  Ob Oliver Steil, der nach der Übernahme den Posten des stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden übernehmen und sich um Vertrieb und Kundenmarketing kümmern sollte, tatsächlich aus freien Stücken geht, ist fraglich. Fest steht, dass es Differenzen hinsichtlich der Entlohnung Steils gab. Denkbar wäre aber auch, dass es zwischen Steil und Spoerr Differenzen in Bezug auf die künftige Aufgabenteilung und die Unternehmens- und Markenstrategie gab. Laut Unternehmensangaben konnte die Frage, wie die künftige Markenstrategie aussieht, bis heute noch nicht final geklärt werden.

Eckhard Spoerr übernimmt das Ruder
Eckhard Spoerr übernimmt das Ruder
Steils  Vertrag als Debitel-Vorstand war noch bis 2010 gültig. Die Position des Vorstandsvorsitzenden bei Debitel übernimmt nun Eckhard Spoerr. Der langjährige Freenet-Chef, der erst kürzlich um ein Haar von den Großaktionären United Internet und Drillisch entmachtet worden wäre, kann seine Machtposition in dem Konzern somit weiter festigen. Außerdem hat der Aufsichtsrat Stephan Esch zum Vorstand IT bestellt. Beide übernehmen das Amt ab sofort.


Freenet hatte im April angekündigt, Debitel mit seinen 13,2 Millionen Kunden und den rund 640 Shops übernehmen zu wollen. Der 1,63 Milliarden Euro schwere Deal wurde Anfang Juli vollzogen - allerdings gegen den massiven Widerstand der Freenet-Aktionäre United Internet und Drillisch. United-Internet-Chef Ralph Dommermuth und Drillisch-Chef Paschalis Choulidis hatten zuvor versucht, Freenet zu zerschlagen und unter sich aufzuteilen. Das DSL-Geschäft, das nach wie vor zum Verkauf steht, sollte an United Internet, die Mobilfunksparte an Drillisch gehen. Der Versuch, die Übernahme von Debitel zu stoppen und den gemeinsamen Plan umzusetzen, scheiterte allerdings. mas
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