Free-TV beflügelt Kirch Media

Dienstag, 24. Juli 2001

Erstmals liegt der Umsatzanteil des werbefinanzierten Fernsehens bei Kirch Media über dem Rechtehandel. Durch die Konsolidierung der Pro-Sieben-Gruppe trugen die TV-Sender Pro Sieben, Sat 1, Kabel 1, DSF und N 24 im Geschäftsjahr 2000 66 Prozent zum Umsatz von 6,5 Milliarden Mark (plus 64 Prozent) bei. Der Anteil des Rechtehandels einschließlich der Sportrechte liegt bei 25 Prozent. In diesem Jahr rechnet Fred Kogel, stellvertretender Vorsitzender der Geschäftsführung, mit einem Nullwachstum im TV-Werbemarkt. "Das Umsatzplus der Sender muss aus Kosteneinsparungen kommen."

Der Anstieg der Rechtepreise drückte im vergangenen Jahr auf die Gewinnmarge. Trotz eines Anstiegs des Ergebnisses der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit um 6,8 Prozent auf 536 Millionen Mark sank die Rendite um 4,4 Prozentpunkte auf 8,3 Prozent. Auf Basis des EBITDA, das um 17 Prozent auf 923 Millionen Mark zulegte, verzeichnete Kirch Media einen Rückgamg der Marge um 5,7 Prozentpunkte auf 14,2 Prozent. Im Geschäftsjahr 1999 schlug zudem ein außergewöhnlicher Ertrag durch den Verkauf der Kinder- und Jugend-Library zu Buche, der die Bilanz von 2000 trübt.

Für das laufende Geschäftsjahr erwartet Finanzchef Herbert Schroder einen Umsatz von rund 7 Milliarden Mark und ein EBITDA von einer Milliarde Mark. "Wir haben die Kapitalmarktfähigkeit erreicht", erklärt Jan Mojto, stellvertretender Vorsitzender der Geschäftsführung. Bis spätestens 2003 hat Kirch Media den neuen Gesellschaftern, Berlusconis Mediaset (2,5 Prozent) und Murdochs News German Television (2,5 Prozent), den Börsengang zugesagt. "Die Kirch-Gruppe wird die Kontrolle behalten", gibt Mojto die Marschrichtung vor. Maximal 25 Prozent der Anteile sollen an der Börse platziert werden. Der Konkurrenz durch die Kabelnetzbetreiber sieht Mojto gelassen entgegen, auch dem Erwerb der Pay-per-View-Rechte für den Blockbuster Gladiator durch Primacom. Mojto: "Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer."
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