Frau im Spiegel-Pendant Look kommt bundesweit

Donnerstag, 21. September 2006
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Gruner + Jahr erklärt sein Zwei-Marken-Experiment bei "Frau im Spiegel" zum Erfolg - und weitet es zur bundesweiten Strategie aus. In einem Feldversuch in Baden-Württemberg und Hessen hatte G+J sein Frauenmagazin seit Ende August mit weitgehend identischem Inhalt parallel unter der neuen Marke "Look" verkauft. Ziel war und ist, mehr und vor allem jüngere Leserinnen ab 30 Jahren, die sich offenbar in zunehmendem Maße von der fast 60 Jahre alten Marke "Frau im Spiegel" hatten abschrecken lassen, für das Wochenheft zu gewinnen - und gleichzeitig keine Stammkäuferinnen zu verlieren. Als Testerfolg hatte G+J einen Saldo - also nach Verrechnung von Kannibalisierungseffekten - von wöchentlich 15.000 bis 25.000 zusätzlich verkauften Heften definiert. Verlagsangaben zufolge wurde das Ziel mit im Schnitt 15.000 Heften gerade so erreicht. Ab kommender Woche wird das "Frau im Spiegel"-Pendant "Look" daher bundesweit angeboten. G+J rechnet dann mit rund 55.000 zusätzlich verkauften Heft, so dass sich eine insgesamt verkaufte Auflage von 420.000 Exemplaren ergäbe.

"Frau im Spiegel" und "Look" sollen - mit entsprechend identischer Anzeigenbelegung - in der IVW gemeinsam ausgewiesen werden, um die segmenttypisch sinkenden Auflagenzahlen aufzuhübschen: "Frau im Spiegel" verkauft alleine 365.000 Hefte (IVW II/2006), das sind 6,4 Prozent weniger als im Vorjahresquartal und über 40 Prozent weniger als vor fünf Jahren. Werbekunden erhalten die Platzierung in "Look" bis Jahresende gratis hinzu. Erst 2007 könnte sich die Strategie im Anzeigenpricing niederschlagen.

"Frau im Spiegel" und ihr Klon unterscheiden sich nur marginal: "Look" verzichtet auf sechs der acht Rätselseiten und liefert dafür zusätzliche People-News. Auch die Cover sind eigenständig gestaltet und heben jeweils unterschiedliche Titelthemen hervor. "Look" wird zwei Ausgaben lang zu einem Einführungspreis von einem Euro angeboten. Danach kostet der Titel wie "Frau im Spiegel" 1,50 Euro. Begleitet wird der Launch von einer Werbekampagne via Print, TV, Radio und Citylights mit einem Bruttoetat von rund 2,8 Millionen Euro (Agentur: KNSK, Hamburg). rp

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