"Frankfurter Rundschau" verliert Druckauftrag von Axel Springer

Donnerstag, 10. Januar 2013
Der Verlust des Druckauftrags von Springer kommt für die FR zur Unzeit
Der Verlust des Druckauftrags von Springer kommt für die FR zur Unzeit


Es ist eine weitere Hiobsbotschaft für die "Frankfurter Rundschau": Axel Springer hat seinen Vertrag mit der zum Verlag gehörenden Druckerei gekündigt. Damit verliert das Druckzentrum Neu-Isenburg rund die Hälfte seines Umsatzes. Insolvenzverwalter Frank Schmitt ist trotzdem weiterhin zuversichtlich, einen Investor zu finden. Axel Springer war seit über 30 Jahren Kunde der FR-Druckerei. In Neu-Isenburg wurden unter anderem Teilauflagen von "Bild", "Welt" und "Welt Kompakt" gedruckt. Insgesamt machen die Druckaufträge von Axel Springer rund die Häfte des Umsatzes aus, heißt es in einem Schreiben von FR-Insolvenzverwalter Frank Schmitt an die Mitarbeiter. Man versuche, den Druckauftrag zu retten, noch stehe die "endgültige Reaktion" des Verlags aber aus.

"Ich möchte Ihnen nichts vormachen: In unserem Bemühen, die Druckerei ebenso wie den Verlag zu retten, wäre dies ein schwerer Rückschlag", zitiert Spiegel Online aus dem Schreiben des Insolvenzverwalters. Er sei aber weiter zuversichtlich, dass man einen Investor für den von der Insolvenz bedrohten Verlag finde. Auch für die Druckerei gebe es Interessenten, die den Betrieb übernehmen wollen - "unter Umständen" auch ohne den Druckauftrag des Berliner Medienkonzerns.

Springer hat die Kündigung des Vertrags gegenüber Spiegel Online bestätigt. Diese sei notwendig gewesen, "um die Sicherheit der Zeitungsproduktion zu gewährleisten". Der Druckauftrag soll nun auf die Frankfurter Societäts-Druckerei, Dierichs und die hiesige Druckerei der türkischen Tageszeitung Hürriyet aufgeteilt werden.

Ob die "Frankfurter Rundschau" gerettet werden kann, ist weiter unklar. Insolvenzverwalter Schmitt zeigte sich Anfang dieser Woche noch zuversichtlich, bis Ende Januar einen Investor präsentieren zu können. Bis dahin ist der laufende Betrieb gesichert: Im Dezember hatten die FR-Gesellschafter, die Mediengruppe M. DuMont Schauberg und die Deutsche Druck- und Verlagsgesellschaft (DDVG) noch einmal die dafür notwendigen Mittel zur Verfügung gestellt. dh
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