Frankfurter Rundschau soll gesundschrumpfen

Donnerstag, 19. April 2007

Am 30. Mai erscheint die "Frankfurter Rundschau" als erste deutsche Tageszeitung komplett im Tabloid-Format. Ein umfassender Relaunch soll das Blatt, dessen Minus 2006 auf rund 10 Millionen Euro geschätzt wird, in die schwarzen Zahlen bringen. Neu sind unter anderem die Doppelseiten Meinung mit Analysen, Kommentaren und einer Kolumne sowie Panorama mit großen Reportagen, Interviews und Porträts.

"Die neue ,FR' soll relevanter werden", erklärt Chefredakteur Uwe Vorkötter exklusiv in HORIZONT: "Wir richten die Zeitung optisch und inhaltlich auf die Zukunft aus." Im Blatt sollen Tempowechsel für Spannung sorgen: Analysestücke wechseln sich mit schnellen News-Seiten ab, auf Meinung folgen Wissen & Bildung - Themen, die bisher wöchentlich in FR plus stattfinden.

Die Regionalprodukte werden eingedampft: Künftig gibt es neben den acht Rhein-Main-Seiten in der Deutschlandausgabe und dem Lokalteil für Frankfurt drei statt bisher fünf Regionalteile: einen für das Gebiet südlich des Mains, zwei für den Norden. "Nicht mehr über jeden Kaninchenzüchterverband berichten", lautet Vorkötters Maxime. Der Relaunch soll vor allem mehr junge und weibliche Leser gewinnen. Zudem hofft Geschäftsführer Sönke Reimers auf die "Ausschöpfung von bisher brachliegenden Vermarktungspotenzialen".

Zunächst sinkt der Preis für die 1/1-Anzeigenseite allerdings um 20 bis 25 Prozent. Mehr Festformate, Sonderplatzierungen und disproportionale Preise sollen für Ausgleich sorgen. Der Wechsel zum Tabloid-Format wird von Marketinginvestitionen in zweistelliger Millionenhöhe begleitet. Die Kampagne stammt von der Hamburger Werbeagentur Philipp und Keuntje. he


Chart: Studie - Tabloid bringt langfristig Auflagenplus

Chart: Auflagenentwicklung der Frankfurter Rundschau seit 1996

Weitere Informationen gibt es in der HORIZONT-Ausgabe 16/2007, die am heutigen Donnerstag erscheint.
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