"Frankfurter Rundschau" prüft offenbar Umstellung auf digitale Ausgabe

Freitag, 28. September 2012
Zukunftsmodell? Die App der "Frankfurter Rundschau"
Zukunftsmodell? Die App der "Frankfurter Rundschau"


Die Zukunft der defizitären "Frankfurter Rundsschau" steht nach wie vor in den Sternen. Von einem Verkauf bis zur Einstellung des Frankfurter Traditionsblatts scheint alles möglich zu sein. Mit einer Leserbefragung klopft der Verlag M. DuMont Schauberg (MDS) nun offenbar eine weitere Option ab: Die Umstellung auf eine digitale Ausgabe.
MDS bestätigt auf Anfrage einen Bericht des "Kress Report", wonach derzeit unter "FR"-Abonnenten eine Umfrage durchgeführt wird. Dabei wird auch das Interesse an einer digitalen Ausgabe erfragt. Offiziell handelt es sich um eine "Zufriedenheitsbefragung". Weil ein Druckauftrag bei dem Zeitungsverlag Madsack auslaufe, könne die "FR" ab dem kommenden Jahr in einigen abgelegenen Regionen in Norddeutschland nicht mehr tagesaktuell ausgeliefert werden. "Daher überprüfen wir nun, ob hier Interesse für eine digitale Ausgabe besteht", teilt MDS auf Nachfrage mit. Nach Informationen von Kress wird der Befragung im Verlag aber strategische Bedeutung beigemessen. Die Auswertung der Leserbefragung soll im Oktober erfolgen. 

Ähnliche Gedankenspiele wie bei MDS gibt es auch in anderen Verlagen. Bei Gruner + Jahr wird darüber nachgedacht, die seit Jahren defizitäre "Financial Times Deutschland" unter der Woche nur noch als digitale Ausgabe herauszubringen und lediglich am Wochenende als gedruckte Zeitung zu publizieren. "Am Wochenende eine gedruckte Zeitung, an den Werktagen tägliche Tablet-Ausgaben - klingt fast nach einem Plan", hatte FDT-Chefredakteur Steffen Klusmann im Frühjahr im Interview mit HORIZONT laut nachgedacht. dh
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