"Frankfurter Rundschau" gewinnt 1700 Solidaritäts-Abonnenten

Dienstag, 04. Dezember 2012
"Es besteht Grund zur Hoffnung": Die "FR" kämpft um ihre Zukunft
"Es besteht Grund zur Hoffnung": Die "FR" kämpft um ihre Zukunft


Die von der Insolvenz bedrohte "Frankfurter Rundschau" erlebt eine Welle der Solidarität. In den vergangenen Wochen konnte die Zeitung Hunderte Solidaritäts-Abonnements verkaufen und auch der Anzeigenverkauf hat angezogen. Der Insolvenzverwalter Frank Schmitt zeigte sich unterdessen optimistisch, einen Käufer für die Zeitung zu finden. Das Solidaritäts-Abo für die von der Pleite bedrohten "Frankfurter Rundschau" ist ein voller Erfolg. Innherhalb weniger Tage wurden mehr als 1700 Solidaritäts-Abonnements der Zeitung bestellt, dazu kommen Soli-Abos der FR-App und zahlreiche Solidaritäts-Anzeigen im Blatt und online. "Die Unterstützung sucht ihresgleichen in der 67-jährigen Geschichte unserer Zeitung", bedankt sich die Redaktion für die tatkräftige Unterstützung.

Unterdessen laufen die Verhandlungen mit potenziellen Investoren auf Hochtouren: "Das Interesse von Investoren am Verlag ist groß. Dabei handelt es sich um ernsthafte und wirtschaftlich starke Kaufinteressenten, sowohl aus dem Inland als auch aus dem Ausland", sagte der Insolvenzverwalter Frank Schmitt gegenüber der "FR". Sein Ziel sei es, die Zeitung als Ganzes zu verkaufen, aber darüber müsse letztlich der Markt antscheiden. "Wenn sich kein Käufer für die Print-Ausgabe findet, müssen wir auch über einen Einzel-Verkauf der Online-Ausgabe nachdenken. Aber soweit sind wir noch lange nicht." Es bestehe "durchaus Grund zur Hoffnung".

Auch er sei begeistert von so viel Unterstützung und Solidarität. "Eine Zeitung, die eine so treue Klientel hat, lohnt jeden Kampf für ihren Erhalt." Er sei davon überzeugt, "dass sich eine solche Zeitung mit einem klaren Profil und dem richtigen Konzept durchaus gewinnbringend betreiben lässt. Insofern ist die Zeitung für Investoren ein lohnendes Kaufobjekt."

Allerdings drängt die Zeit: Sollte bis Ende des Jahres kein Investor gefunden werden, droht der tradtionsreichen Tageszeitung zum Jahresende das endgültige Aus. Die bestehenden Mittel für den laufenden Geschäftsbetrieb reichen nur noch bis Ende des Jahres. dh
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