Frankfurter Rundschau ab Ende Mai als Tabloid

Montag, 15. Januar 2007
Themenseiten zu diesem Artikel:

Rundschau Frankfurter Rundschau FR


Die "Frankfurter Rundschau" erscheint ab Ende Mai als Tabloid. Das kleinere Format soll vor allem jüngere Leser für die seit langem kränkelnde "FR" gewinnen. Dabei bleibt der Seitenumfang erhalten: Aus 28 Seiten der überregionalen Ausgabe werden 56 Halbseiten, aus 12 Seiten Lokalteil werden 24 kleine Seiten. Mit diesem Schritt ändert sich auch die inhaltliche Mischung. So sollen sich lange und kurze Texte stärker als bisher abwechseln. Zudem ist täglich eine Doppelseite "Meinung" und "Wissen und Bildung" vorgesehen. Das jetzige Wochenendmagazin soll gemeinsam mit den Seiten "Vermischtes" zu einem täglichen Magazin verschmelzen. Der Preis von 1,80 Euro (Einzelverkauf) bleibt unverändert.

Der Veränderung vorausgegangen sind umfangreiche qualitative und quantitative Marktforschungen im Anzeigen- und Lesermarkt. Die positive Resonanz der Test-Interviews, die mitunter auf Basis eines Dummys durchgeführt worden waren, haben Insidern zufolge die Erwartungen übertroffen. "Dennoch gehen wir davon aus, dass wir zunächst Leser verlieren könnten. Mittelfristig soll eine Basis zum Auflagenwachstum geschaffen werden", heißt es aus Verlagskreisen. Derzeit liegt die seit langem rückgängige Auflage der "FR" bei 156.031 Exemplaren (IVW III/2006).

Ende April werden die Abonnenten durch Bekanntmachung im eigenen Blatt auf die Umstellung vorbereitet, eine Kampagne soll potenzielle Neuleser gewinnen.

Bisher hat im Zeitungsmarkt lediglich die "Welt" auf Tabloid-Format umgestellt, allerdings in einer zweiten Ausgabe, die parallel zum Großformat erscheint. se

Meist gelesen
stats