"Frankfurter Rundschau": Auch "SZ" und "FAZ" sollen interessiert sein

Donnerstag, 06. Dezember 2012
Wer übernimmt die "Frankfurter Rundschau"?
Wer übernimmt die "Frankfurter Rundschau"?
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Showdown am Main: Auch die "Süddeutsche Zeitung" ("SZ") und die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" ("FAZ") sind offenbar an einer Übernahme der insolventen "Frankfurter Rundschau" ("FR") oder Teilen davon interessiert. Es soll auch bereits entsprechende Gespräche oder Verhandlungen mit dem "FR"-Insolvenzverwalter geben. Dies erfuhr HORIZONT aus Verlagskreisen. Sprecher der „SZ"-Zeitungsholding SWMH und des Insolvenzverwalters wollen sich dazu auf Anfrage nicht äußern. Ein „FAZ"-Sprecher sagt: „Es gibt dazu keine konkreten Gespräche."

Handfester ist offenbar das Interesse der „SZ" an der „FR". Die Süddeutschen erwägen dem Vernehmen nach, Abonnenten, Vertriebs- und Infrastrukturen, Werbemarkt-Kontakte und Redakteure für den Aufbau einer Regionalausgabe für den Frankfurter Raum zu nutzen.

Bereits im September hatte „SZ"-Chefredakteur Kurt Kister auf einer Veranstaltung über Regionalausgaben nachgedacht: „In bestimmten städtischen Ballungsräumen ist noch Platz, und die schauen wir uns an." Nach einem Ende der „FR" wäre in Frankfurt mehr Platz. Bisher gibt es nur eine Münchner „SZ"-Beilage; eine Ausgabe in Nordrhein-Westfalen wurde 2003 nach nur gut einem Jahr wieder eingestellt. Dort musste die „SZ" ein Vertriebsnetz aufbauen und Redakteure teuer bei anderen Titeln abwerben. All das gäbe es nun in Frankfurt billiger.

Unklar ist das Bild bei der „FAZ". Angeblich soll es dort schon eine Krisensitzung wegen der möglichen „SZ"-Ambitionen gegeben haben. Möglicherweise will die „FAZ" mit ihrem angeblichen Interesse den Markt dicht machen für die „SZ" und andere „FR"-Investoren. rp

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