Fotografenvereinigung FreeLens gewinnt gegen den Spiegel

Montag, 09. November 1998

In zweiter Instanz bekam der Verein der Fotojournalistinnen und Fotojournalisten FreeLens weitgehend Recht in seiner Klage gegen den Hamburger Spiegel-Verlag. In seinem Grundsatzurteil erklärte der 3. Senat des Hanseatischen Oberlandesgerichtes die erhobene Schadensersatzklage dem Grunde nach für gerechtfertigt. Der "Spiegel" wurde zudem verurteilt, es zu unterlassen, Aufnahmen von 64 Fotografen, die auf CD-Roms der Jahrgänge 1989 bis 1993 veröffentlicht worden waren, weiter zu verbreiten. Das Gericht vertrat damit die Auffassung, daß der Spiegel-Verlag nicht berechtigt ist, im Printprodukt veröffentliche Fotos ohne Einholung separater Nutzungsrechte auf CD-Rom zu übertragen. Der "Spiegel" sei daher in mindestens 707 Fällen wegen Verletzung der Urheberrechte zum Schadensersatz verpflichtet. Die Schadenshöhe wird in einem Schlußurteil festgelegt. Eine Revision vor dem Bundesgerichtshof ist möglich.
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