Ford-Händler als Vertriebspartner für Focus-Magazin

Montag, 19. April 1999

Nach den Namensstreitigkeiten zwischen dem Autokonzern Ford AG und der Zeitschrift "Focus" über das neue, gleichnamige Mittelklassemodell der Kölner im vergangenen Herbst, den beide Seiten gütlich beilegten, greift der Automobilkonzern dem Wochenmagazin jetzt auch beim Vertrieb unter die Arme. Dies meldet die "Berliner Zeitung" in ihrer Ausgabe vom 15. April. Ausgewählte Ford-Händler betätigen sich demzufolge seit geraumer Zeit als Vertriebspartner der Burda-Verlagsgruppe und bieten ihrer Kundschaft Abonnements der "Bunten" oder des "Focus" an. Als Appetizer lockt den konsumfreudigen Kunden ein verbilligtes Abo-Angebot. Gegenüber HORIZONT bestätigte Ford-Unternehmenssprecher Michael Küch den Pressebericht, weitergehende Schlußfolgerungen weist er indessen entschieden zurück: "Ich würde das unter keinen Umständen als neuartige Vertriebsschiene verstanden wissen. Das ist eine randläufige Aktivität." Auch Spekulationen, die den ungewöhnlichen Vertriebsdeal mit dem zurückliegenden Namensstreit in Verbindung bringen, trat der Unternehmenssprecher entgegen: "Nachdem die Namensvereinbarung getroffen war, hatten sich beide Seiten einfach überlegt, was man noch füreinander tun kann." Auch Burda-Verlagssprecherin Verena Schröder sieht in dem Vertriebsdeal nichts Ungewöhnliches: "Alle Verlage erschließen sich derzeit neue Vertriebswege. Die Zahl von angeblich 15.000 verkauften 'Focus'- Abonnements aber, die auf den Verkauf über Autohändler zurückzuführen sind, stimmt jedenfalls hundertprozentig nicht." Immerhin: Beide Unternehmen haben ein goldenes Frühjahr hinter sich: So kam die Ford AG in den ersten drei Monaten dieses Jahres mit 34.000 verkauften "Focus"-Autos auf Platz 3 der deutschen Zulassungsstatistik, und Burda steigerte die verkaufte Auflage des "Focus"-Magazins im IVW-Ranking während des ersten Jahresquartals um 3,3 Prozent auf 783.796 Exemplare.
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