"Focus" vereinbart Partnerschaft mit "The Economist"

Freitag, 13. August 2010
Treibt den Umbau des "Focus" weiter voran: Wolfram Weimer
Treibt den Umbau des "Focus" weiter voran: Wolfram Weimer

Wolfram Weimer treibt die journalistische Profilierung des "Focus" weiter voran. Durch eine exklusive strategische Partnerschaft mit dem britischen "The Economist" bekommt "Focus" Zugriff auf die Inhalte der renommierten Wochenzeitung. Im Juni hatte "Focus"-Chefredakteur Wolfram Weimer im Interview mit der "Frankfurter Rundschau" angekündigt, die publizistische Relevanz des Nachrichtenmagazins durch internationale Kooperationen zu erhöhen. Bereits damals war über eine Partnerschaft mit "The Economist" spekuliert worden. Nun ist es offiziell: Im Rahmen der Kooperation soll ein "weit reichender Austausch journalistischer Inhalte" stattfinden. Bereits ab Ausgabe 33/2010 vom 16. August bietet der "Focus" seinen Lesern jede Woche ausgewählte Berichte und Analysen des "Economist" in deutscher Übersetzung. Die Redaktion in München erhält dafür ständigen Zugriff auf die Produktion ihrer Kollegen in London und auf das internationale Korrespondentennetz des "Economist".

Darüber hinaus planen die beiden Verlagshäuser den Start gemeinsamer Titel. So bringt der Focus Magazin Verlag das jährlich erscheinende Magazin "The World in 2011" in deutscher Sprache auf den Markt, das von "The Economist Newspaper Ltd." seit 25 Jahren veröffentlicht wird. Die Sonderpublikation erscheint jeweils Anfang Dezember und beinhaltet Beiträge prominenter Autoren aus Politik, Wirtschaft und Kultur. Die Inhalte werden dabei um Beiträge aus der "Focus"-Redaktion ergänzt.

"Mit dem Economist und Focus verbünden sich zwei starke europäische Medienmarken", kommentieren die Chefredakteure Wolfram Weimer und Uli Baur die Kooperation: "Es ist an der Zeit, dass sich große Print-Redaktionen Europas enger vernetzen. Focus öffnet sich damit weiter international, denn unsere Leser sind Teil einer weltoffenen Globalisierungsgeneration." Die Wochenzeitschrift "The Economist" erschien erstmals 1843. Wöchentlich werden sich mehr als eine Million Exemplare in über 200 Ländern verkauft.

Weimer, seit 1. Juli neuer Chefredakteur des "Focus" will das Blatt, das in den vergangenen Jahren kontinuierlich an Auflage verloren hatte, durch mehr journalistische Relevanz wieder auf Vordermann bringen. So soll das Magazin von Hubert Burda Media politisch wieder klarer Position beziehen und sich als "Stimme der bürgerlichen Vernunft" gegenüber dem "Spiegel" abgrenzen.

Auch im Feuilleton will Weimer Akzente setzen: In den vergangen Wochen hat der "Focus" mit Martin Mosebach, Bodo Kirchhoff und Botho Strauß mehrere prominente Gastautoren verpflichtet. dh
Meist gelesen
stats