Focus reagiert auf hitzige Auflagendebatte

Dienstag, 15. Juli 2008
"Focus"-Chef wehrt sich gegen Kritiker
"Focus"-Chef wehrt sich gegen Kritiker

Medienthema Nummer 1 der vergangenen Tage: die Auflagenentwicklung bei "Focus". Nun bezieht Geschäftsführer Frank-Michael Müller exklusiv gegenüber HORIZONT.NET Stellung zur Diskussion in "SZ", "WamS" und anderen. Hintergrund der Debatte: Das Nachrichtenmagazin hatte im 2. Quartal ein Plus von 5,7 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal erzielt, vor allem durch eine Steigerung der Aboauflage bei fünf Heftfolgen. "Es gab erstmals ein zeitlich begrenztes Mini-Abonnement in Kooperation mit United Internet", erläutert Müller. Dabei erhielten im Rahmen einer Immobilien-Serie im Magazin gezielt Immobilien-interessierte, zahlende GMX-User ein Angebot für ein zeitlich begrenztes Mini-Abo. Müller: "Am Ende bekamen wir ein Erfolgsproblem: Wir hatten mit 20.000 Zusatzabos gerechnet, es waren mehr als 70.000."

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Gleichzeitig ging auch die Kurve der Bordexemplare-Auflage nach oben - plus 14,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Der Grund: Die Deutsche Lufthansa hat aufgrund einer Befragung die Anzahl der "Focus"-Ausgaben in der Business Class aufgestockt. "Im Übrigen wird auch für Bordexemplare Geld gezahlt, daher ist dies keine wertlose Auflage", bekräftigt der Geschäftsführer.

In der vergangenen Woche hatte die "Süddeutsche Zeitung" dem Magazin Qualitätsprobleme attestiert und auf sinkende AWA-Reichweiten verwiesen, die "WamS" beäugte den "geradezu unglaublicher Zuwachs" in der IVW kritisch. Noch vor offiziellem Erscheinen der positiven IVW-Auflagenmeldung für das 2. Quartal reagierte "Focus" mit einer auch in HORIZONT.NET kritisch vermerkten Jubelmeldung - das Heft kommt durch die Aktionen im 2. Quartal auf 751.625 verkaufte Hefte.

Dass in der Auflagendebatte derzeit alle Augen auf "Focus" gerichtet sind, kommt "Spiegel" und "Stern" zugute, schließlich gibt es auch hier wenig Grund zur Freude: Denn auch "Spiegel", der als einziges aktuelles Magazin neben "Bild" die Millionen-Grenze noch überschreitet, kämpft im 2. Quartal mit Verlusten (minus 2,3 Prozent). Auch bei "Stern" herrscht kein Grund zu Jubelstimmung: Die magische Millionen-Grenze wurde erneut unterschritten.

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