"Focus" mit durchwachsener Bilanz im 1. Quartal

Mittwoch, 14. April 2010
"Focus" erzielt Plus im Einzel- und Minus im Abo-Verkauf
"Focus" erzielt Plus im Einzel- und Minus im Abo-Verkauf

 Knapp drei Monate sind vergangen, seit „Focus" in behutsam überarbeiteter Version erscheint. Nun meldet das Magazin die ersten IVW-Quartalszahlen nach dem „Relaunch". Demnach hat sich der Nachrichtentitel aus dem Focus Magazin Verlag (Hubert Burda Media) im 1. Quartal 587.583 Mal verkauft - das sind 14 Prozent weniger als im Vorjahresquartal. Aufschlussreich sind aber vor allem die Abo- und Einzelverkäufe, da in die Gesamtverkäufe auch Bordexemplare zählen, die Geschäftsführer Frank-Michael Müller im vergangenen Jahr massiv reduziert hat. Im Abo-Verkauf, wo sich das Magazin von unrentablen Abos (Stichwort: Prämienwerbung) getrennt hat, sieht es wenig rosig aus - der Titel verliert fast ein Drittel seiner Abonnenten: Das Magazin erzielt 242.585 verkaufte Exemplare - ein Minus von 27 Prozent gegenüber dem 1. Quartal 2009. Müller ist dennoch optimistisch: „Die Sinkgeschwindigkeit der Abozahlen lässt deutlich nach, wir gehen davon aus, dass sich die Aboverkäufe auf dem jetzigen Niveau einpendeln werden."

"Focus"-Chef Frank-Michael Müller
"Focus"-Chef Frank-Michael Müller
Im Einzelverkauf schlägt sich der „Focus" hingegen gut: 118.936 Hefte wurden von Januar bis März 2010 am Kiosk verkauft - das ist ein Plus von 11,2 Prozent. Eine Stabilisierung der Auflage war in den ersten Monaten das Ziel: „Von 11 Prozent Plus haben wir für diesen Zeitraum nie zu träumen gewagt", so Müller. „Wenn wir dieses Niveau in den nächsten beiden Quartalen halten, sind wir sehr zufrieden." Dennoch sei der Veränderungsprozess am Heft noch nicht abgeschlossen.

Am besten schnitt in diesem Zeitraum die Ausgabe 10/2010 mit dem Cover-Titel „Die Burnout-Gesellschaft" ab. „Der Titel hat mit 202.625 Exemplaren zum ersten Mal seit Heftfolge 41/2008 wieder die Marke von 200.000 Exemplaren im Einzelverkauf überschritten", so Müller. Hauptgrund für die Steigerung im Einzelverkauf ist laut Müller die veränderte Titelthemen-Auswahl. So setzt das Magazin vorwiegend auf „härtere" politische oder wirtschaftliche Themen.

Frank-Michael Müller: Von 11 Prozent Plus haben wir für diesen Zeitraum nie zu träumen gewagt. “
Lediglich die Coverstory „Die Herz-Diät" (13/2010) sei ein „weicheres" Thema gewesen. Aber auch bei diesen Themen habe sich die Art der redaktionellen Berichterstattung geändert. So auch im Falle des „Burnout"-Artikels - auf den ersten Blick ebenfalls ein eher „weiches" Thema. Aber: „In der Vergangenheit hätte der Artikel aufgezeigt, welche Auswirkungen und Heilmöglichkeiten es bei der Diagnose Burnout gibt", so Müller. „Diesmal haben wir einen gesellschaftskritischen Ansatz gewählt und gefragt: Welche Fehlentwicklungen liegen in der Gesellschaft vor, damit es überhaupt dazu kommt?" se
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