Focus gibt Sonntagsvertrieb in Nürnberg auf

Donnerstag, 03. Dezember 2009
"Focus" kommt bald "immer wieder montags"
"Focus" kommt bald "immer wieder montags"

Mit der Sonntagslektüre des „Focus", der regulär erst am darauffolgenden Montag erscheint, ist es zumindest in Nürnberg vorbei. Wie aus Grossokreisen bekannt wird, stellt das Nachrichtenmagazin seinen Sonntagsverkauf im Einzelverkauf dort ab dem 13. Dezember ein. Der Titel aus dem Focus Magazin Verlag wird dann wieder erst ab montags an den Presseverkaufsstellen erhältlich sein. Die anderen acht Städte, in denen der "Focus" schon Sonntags an die Kioske kommt, seien davon jedoch nicht betroffen, sagt eine Verlagssprecherin. Ganz im Gegensatz zum „Spiegel", der seit Mitte April seine Sonntagszustellung nach achtjähriger Projektphase komplett aufgegeben hat. Auch der „Focus" testet den Sonntagsvertrieb seit geraumer Zeit, zuletzt in ausgewählten Städten. Das Heft korrigiert seinen Kurs - angesichts wegbrechender Anzeigen- und Vertriebserlöse - seit einigen Monaten: So hat Geschäftsführer Frank-Michael Müller bereits Aboprämien reduziert und Bordexempare gekappt. Außerdem wird hinter verschlossenen Türen am Projekt „Initiative Z" getüftelt - einer Neuausrichtung des Titels. 2010 stößt außerdem Wolfram Weimer als neuer Chefredakteur dazu.

Vor zwei Jahren noch als das Zukunftsthema im Vertriebsmarkt gelobt, sind die Hoffnungen der Verlage auf Mehrverkäufe durch Vorziehen des Erscheinungstags auf den Tag der Woche, an dem die meiste Zeit zum Lesen ist, offensichtlich gestorben.

Das Hauptproblem der Verlage: Das Geschäft rechnet sich nicht. Die Zusatzkosten sind hoch, ein flächendeckender Vertrieb fast unmöglich. Nur Ballungsräume zu beliefern empfinden viele Käufer als ungerecht. Und immer wieder gibt es Beschwerden von Abonnenten, die das Heft schon am Kiosk sehen, es aber noch nicht in ihren Briefkasten haben.

Etabliert haben sich dagegen die Sonntagsausgaben überregionaler Tageszeitungen. So verkauft die „Welt am Sonntag" mittlerweile 403.575 Exemplare (IVW: III/2009), die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" liegt bei 347.566 verkauften Heften und die „Bild am Sonntag" kommt sonntags auf ganze 1.737.513 verkaufte Ausgaben. se
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