„Focus Schule“ erhöht Copypreis und renoviert das Heft / Kooperation mit „Lisa“ und „Chip“

Montag, 02. August 2010
Cover von "Focus Schule"
Cover von "Focus Schule"

Mehr Geld für Bildung: Hubert Burda Media erhöht den Copypreis seines „Focus"-Ablegers „Focus Schule" von bisher 4,90 Euro um fast 20 Prozent auf 5,80 Euro. Diesen Schritt flankiert das zweimonatlich erscheinende „Magazin für engagierte Eltern" (Untertitel) mit einigen Veränderungen am Heft ab Ausgabe 4/2010, die am Dienstag kommender Woche erscheint: Das Cover kommt hochwertiger daher, mit dickerem Papier und in matterer Optik. Die Titelthemen werden prominenter präsentiert und der erwähnte Untertitel direkt im Logo integriert - um dem Missverständnis vorzubeugen, „Focus Schule" richte sich an Schüler. Auch im Heft selber räumt Mathias Brüggemeier, seit Oktober 2009 Chefredakteur von „Focus Schule", behutsam auf: Das Layout wird ruhiger, das Inhaltsverzeichnis und einige Rubriken werden überarbeitet. Zudem startet eine neue Werbekampagne, die statt der bekannten - und von anderen Anbietern aufgegriffenen - Schultafel-Optik nun Szenen aus dem Leben zeigt (Agentur: weiterhin Ogilvy One). Auf Hörfunkwerbung verzichtet „Focus Schule"-Verlagsleiter Horst Jarkovsky fortan; stattdessen setzt er neben Anzeigen in Burda-eigenen Titeln verstärkt auf PoS-Maßnahmen und Kooperationen mit dem Buchhandel.

Einen etwa 10-prozentigen Auflagenrückgang durch die Preiserhöhung hat Jarkovsky in seine Kalkulation bereits eingepreist. Derzeit verkauft „Focus Schule", seit fast sechs Jahren im Markt, knapp 127.000 Hefte, davon über 32.000 per Abo und über 61.000 via Einzelverkauf (IVW II/2010). Der Abopreis wird unterproportional erhöht, so dass man auf relativ mehr Abos hofft. Der Erstverkaufstag rückt von Mittwoch einen Tag nach vorn, weil dienstags weniger andere neue Titel „Focus Schule" den Platz im Kioskregal streitig machen.

Bis 2009 lagen Vertriebs- und Anzeigenerlöse in etwa gleich auf; durch Werberückgänge und nun durch die Copypreiserhöhung rechnet Jarkovsky fortan mit einem Vertriebsanteil von 60 bis 65 Prozent. Schwarze Zahlen schreiben der Titel und seine 10-Mann-Redaktion dem Vernehmen nach nicht. Stattdessen diene „Focus Schule" dem bei Burda groß geschriebenen Aufbau von Communitys, eröffne dem Verlag den Zugang zu Vermarktungskunden mit CSR-Themen und diene somit als „Investment im Bildungsmarkt", so Chefredakteur Brüggemeier.

Bereits bekannt ist die Profit-Center-übergreifende Zusammenarbeit zwischen den beiden Burda-Sparten Medien Park Verlage in Offenburg und Focus Magazin Verlag in München: Zum Start des neuen Schuljahrs kommt das Sonderheft „Lisa Familie und Schule" am 1. September an den Kiosk. „Focus Schule" ist Lizenznehmer der Burda-Frauenmagazinmarke und produziert das Heft zunächst als One-Shot (Druckauflage 250.000 Hefte; 64 Seiten; Copypreis 1,60 Euro). Im Erfolgsfall soll „Lisa Familie und Schule" ab 2011 monatlich erscheinen, dann aber wohl mit erweiterter Redaktionsmannschaft. In Abgrenzung zu „Focus Schule" wird der neue „Lisa"-Ableger für eine breitere Zielgruppe mehr Erziehungs- als Bildungsthemen bringen, mehr praktische Orientierung und kürzere Texte.

Und es gibt eine weitere Burda-interne Zusammenarbeit im Bildungsmarkt: Ende September erscheint ein gemeinsames Sonderheft mit dem Computertitel „Chip" als Bookazine (Copypreis: 12,95 Euro). Hier geht es um die Frage, wie sich das Familienleben durch elektronische Medien verändert. „Focus Schule" firmiert als Hauptabsender, aber auch das „Chip"-Logo ist auf dem Cover präsent. Die Druckauflage soll bei rund 35.000 Heften liegen. rp
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