Florian Haller: Die vier Megatrends der Digitalisierung

Mittwoch, 19. Oktober 2011
Florian Haller, hielt die Keynote auf den Medientagen München
Florian Haller, hielt die Keynote auf den Medientagen München


In seiner Keynote auf den Medientagen München hat Florian Haller, Hauptgeschäftsführer von Serviceplan in München, die vier wichtigsten Megatrends aufgezeigt, die die Kommunikation deutlich verändern werden. "Die Zukunft der Werbung liegt im Netz", sagte er. Netbooks, Smartphones, iPads und nun Hybrid-TV ändern die Werbewelt.

Megatrend 1: Targeting

"Das Verständnis für Zielgruppen müssen wir völlig verändern", sagte Haller. In Zukunft werden nicht demografische Zielgruppen wie 14- bis 49-Jährige mit einem Haushaltsnettoeinkommen über 3000 Euro adressiert, sondern individualisierte, aber anonymisierte Profile. Künftig werde es für die Medien darum gehen, möglichst viele dieser Profile zu liefern und nicht demografische Gruppen.

Megatrend 2: Bewegtbild

Täglich werden 3 Milliarden neue Videos bei Youtube angeschaut - ein fast schon erschreckende Zahl angesichts einer Weltbevölkerung von 7 Milliarden Menschen. Als Grund für die Attraktivität von Bewegtbild macht Haller das menschliche Gehirn aus, das wenig übrig hat für statische Anzeigen und Banner. "Bewegte Bilder berühren uns emotionaler und sind merkfähiger". Da die Produktion günstiger geworden ist, sind Filme nun massiv auf dem Vormarsch.

Megatrend 3: Räumlichkeit

"Der Mensch bleibt im Kern ein sehr lokales Wesen", sagt Haller. Die meisten Marken werden derzeit jedoch national oder auch global beworben. "Das ändert sich grundlegend". Auch hier ist der Kosteneffekt entscheidend. Es wird immer günstiger, auch kleine Zielgruppen mit der passenden Werbung anzusprechen.

Megatrend 4: Demokratisierung

Social Media verändert die Art, wie die Menschen miteinander kommunizieren, Schon jetzt ist Facebook nach China und Indien das drittgrößte Land der Welt. Die Menschen verbringen 15 Prozent der Zeit im Internet in Sozialen Netzwerken. Werbung wird jedoch in diesem Umfeld deutlich schlechter geclickt als im übrigen Internet. "Darauf müssen wir uns einstellen", sagt Haller. Storytelling kann eine Antwort sein. Doch die Werbung müsse authentisch sein, um nicht gleich von Blogs zerrissen zu werden. pap
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