Flaute im Anzeigenmarkt

Donnerstag, 21. Juni 2001

Eine Rückkehr zur Normalität sieht der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) nach dem Boom-Jahr 2000 in der Zeitungsbranche Westdeutschlands. Dabei müsse der Rückgang der Anzeigenumfänge im 1. Quartal um mehr als 6 Prozent im Vergleich zum 1. Quartal 2000 vor dem Hintergrund des hohen Vorjahresniveaus gesehen werden, so BDZV-Hauptgeschäftsführer Volker Schulze. Im Vergleich der ersten Quartale 2001 und 1999 hätten die Anzeigenumfänge eigentlich um mehr als 2 Prozent zugenommen.

Demgegenüber schätzt der BDZV die Entwicklung in Ostdeutschland als "geradezu dramatisch und sehr besorgniserregend" ein. Hier sei das Anzeigenaufkommen in den ersten drei Monaten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 13,1 Prozent zurückgegangen. Bundesweit gab es die größten Einbrüche bei den überregionalen Anzeigen mit 40,3 Prozent. Die Kfz-Anzeigen gingen um 16,7 Prozent, bei den Immobilienanzeigen lag der Rückgang bei 6 Prozent. Dagegen legten die Stellenanzeigen um 10,7 Prozent zu.

Uneinheitlich ist auch die Auflagenentwicklung: Während sie im Westen mit einem Minus von 0,1 Prozent weitgehend stabil geblieben ist, sackten sie im Osten um 3 Prozent ab. Die Sonntagszeitungen, die überregionalen und die Kaufzeitungen mussten vor allem in den neuen Bundesländern Einbußen hinnehmen, dafür legten dort die im Westen deutlich schwächelnden Wochenblätter leicht zu. Im Vergleich zu 1999 konnten die Verlage im vergangenen Jahr den Umsatz aus Anzeigen, Beilagen und Zeitungsvertrieb um 6,7 Prozent auf 21,1 Milliarden Mark steigern. Die Vertriebsumsätze stiegen um 4,6 Prozent, das Anzeigen- und Beilagengeschäft um 7,8 Prozent. Der Gesamtwerbeumsatz aller Zeitungsgattungen belief sich laut BDZV auf 13,5 Milliarden Mark. Davon entfielen 12,8 Milliarden auf die Tageszeitungen, die ihre Umsätze im Vergleich zum Vorjahr damit um 8,1 Prozent steigern konnten. Die Umsätze aus den Zeitungs-Supplements gingen um 7,8 Prozent zurück.

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