Flaute bei Anzeigenblättern

Donnerstag, 18. April 2002

Das schwierige konjunkturelle Umfeld und der schwache Werbemarkt machen auch den Anzeigenblättern zu schaffen. So ging die Zahl der Titel im letzten Jahr von 1336 auf 1312, die der herausgebenden Verlage von 495 auf 490 zurück. Die Auflage der Gratisblätter sank von 90,8 auf 88,9 Millionen Exemplare. Bei den Nettowerbeerlösen bilanziert der Bundesverband Deutscher Anzeigenblätter (BVDA) einen Rückgang um 2,8 Prozent auf 1,74 Milliarden Euro. "Vor allem die kleineren Verlage haben mit diesem Minus stark zu kämpfen", meint Heiner Urhausen, Geschäftsführer des Bundesverbandes Deutscher Anzeigenblätter.

Besonders betroffen seien vor allem die Blätter im Osten. Für die Zukunft gibt sich der Verband indes optimistisch. Anzeigenblätter blieben, so Urhausen, trotz wirtschaftlicher Flaute und steigenden Papierpreisen "ein unverzichtbarer, leistungs- und reichweitenstarker Mediapartner für den Einzelhandel und mittelständische Unternehmen". Erwartungsfroh gibt sich daher der Charts-News-Verlag, der ab Mai 2002 mit dem Boulevardblatt "Charts News" zunächst die 1,86 Millionen Haushalte Berlins erobern will. Die geplante Startauflage von "Charts News" beträgt eine Million Exemplare.

Auch bei den in Deutschland lebenden Ausländern treffen die Anzeigenblätter auf eine starke Resonanz. Die Neuauflage der von der Forschungsgesellschaft Marplan durchgeführten Umfrage "Ausländer in Deutschland" belegt, dass 84 Prozent der ausländischen Mitbürger Anzeigenblätter lesen. Sie sind das am häufigsten genutzte lokale Medium. Rund ein Drittel der 2030 Befragten nutzen Anzeigenblätter häufig als Einkaufshilfe.
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