Fernsehpastor Fliege darf weitertalken

Dienstag, 13. Juli 1999

Auch wenn Jürgen Fliege unter anderem Gott in einem Interview mit „Penthouse" als „alten Gangster" bezeichnet hat - die nachmittägliche Talkshow des Fernsehpastors soll bei der ARD im Programm bleiben. Das hat der ARD-Programmbeirat - ein ehrenamtliches Gremium mit Mitgliedern aus den Rundfunkräten der Landesrundfunkanstalten, das den Sender bei grundsätzlichen Fragen des Programmgestaltung berät - in seiner jüngsten Sitzung beschlossen. Er begründet die Entscheidung damit, daß die Ausrutscher, die sich der Moderator geleistet hatte, nicht im Rahmen der Sendung geschehen seien. In seiner Talkshow habe sich Fliege nichts zuschulden kommen lassen. Nach dem jüngsten Fauxpas von Fliege gegenüber dem „Penthouse" vor zwei Wochen hatte sich der Fernsehdirektor des Bayerischen Rundfunks, Gerhard Fuchs, geweigert, den Vertrag des Moderators über das Jahr 1999 hinaus zu verlängern. Doch so stark Flieges provokante Äußerungen in mehreren Interviews auch kritisiert wurden, für die ARD scheint es keine Alternativen zu ihrem Zugpferd zu geben, dessen Show auf einen Marktanteil von rund 14 Prozent kommt.
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