Familienstreit bei der WAZ Mediengruppe dauert an

Mittwoch, 25. Oktober 2006

Der ehemalige Geschäftsführer Günther Grotkamp meldet sich im Streit innerhalb der WAZ-Gesellschafterfamilie Funke zu Wort. Unterschiedliche Auffassungen über Verfügungsrechte und das Prozedere der Mehrheitsfindung haben zu einem erbitterten Streit zwischen den Erbenfamilien des Verlagsgründers Jakob Funke geführt. Am 24. Januar 2007 treffen sich die Parteien vor dem Oberlandesgericht Hamm. Auf der einen Seite steht die Familie Grotkamp, auf der anderen Seite stehen die Familien Holthoff und Schubries. Rechtsanwalt Günther Grotkamp ist seit 1986 mit der Funke-Tochter Petra verheiratet und berät seine Frau in juristischen Fragen. Entschieden widerspricht Grotkamp einer Aussage von Stephan Holthoff-Pförtner, der den Holthoff-Stamm vertritt. "Vom Ausgang der gerichtlichen Auseinandersetzung hängt die Handlungsfähigkeit der WAZ Mediengruppe ab", hatte Holthoff-Pförtner gegenüber HORIZONT (42/2006) erklärt. "Diese Behauptung entbehrt jeder ernstzunehmenden Grundlage", kontert Grotkamp. Auch die Kritik an veralteten Strukturen lässt der 79-Jährige nicht gelten. Damit sei "die WAZ aus kleinsten Anfängen groß geworden".

Grotkamp arbeitete vier Jahrzehnte lang für die WAZ und hat zusammen mit Erich Schumann, Adoptivsohn des zweiten WAZ-Gründers Erich Brost, die Expansion der Mediengruppe speziell in den 80er und 90er Jahren vorangetrieben. Nach 25 Jahren als Geschäftsführer ging Grotkamp zu Beginn des Jahres 2000 in den Ruhestand. rol

Mehr zu diesem Thema lesen Sie in der HORIZONT-Ausgabe 43/2006, die am Donnerstag, 26. Oktober, erscheint.
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