Falsche Abozahlen: Bafin geht gegen Sky vor

Dienstag, 23. November 2010
Sky hat Ärger mit der Finanzaufsicht
Sky hat Ärger mit der Finanzaufsicht

Der Pay-TV-Anbieter Sky ist ins Visier der Finanzaufsichtsbehörden geraten. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht Bafin wirft der früheren Premiere AG vor, die Zahl der Abonnenten 2007 und 2008 zu hoch angegeben zu haben. Sky weist die Vorwürfe zurück und will die Anschuldigungen nun gerichtlich überprüfen lassen. Konkret bemängelt die Bafin den Jahresabschluss und den Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2007 sowie den Halbjahresfinanzbericht zum 30. Juni 2008 und den Zwischenlagebericht für das 1. Halbjahr  2008. So sei die Zahl der Abonnenten für das Geschäftsjahr 2007 um rund 623.000 und im Zwischenlagebericht für das 1. Halbjahr 2008 um rund 611.000 zu hoch ausgewiesen worden.

Die Finanzaufsicht wirft Sky allerdings noch weitere Versäumnisse vor: So sei nicht im vollen Umfang über Risiken im Zusammenhang mit dem geplanten Erwerb der Bundesligarechte für die Spielzeiten 2009/2010 bis 2011/2012 im Jahr 2008 informiert worden. Der Konzern hätte nach Ansicht der Bafin über die möglichen Auswirkungen eines Fehlschlags beim Rechteerwerb informieren müssen. Darüberhinaus sei der Firmenwert in den beiden bemängelten Abschlüssen des Jahres 2007 und 2008 und die Ertragslage für das 1. Halbjahr 2008 zu hoch angesetzt worden.

Behält die Bafin mit ihren Vorwürfen recht, müsste Sky seine Geschäftsabschlüsse ab dem Jahr 2007 korrigieren. Darüber hinaus würden dem Unternehmen in diesem Fall Bußgelder und Schadensersatzansprüche drohen. dh
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