Fachverlage sehen ihre Existenz durch Änderung des Urheberrechts gefährdet

Dienstag, 04. März 2003
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Fachverlag Urheberrecht Georg Siebeck Tübingen


Deutsche Fachverlage protestieren gegen eine auf EU-Ebene geplante Änderung des Urheberrechts. Die Umsetzung der EU-Richtlinie in deutsches Recht würde es Bibliotheken und Schulen erlauben, urheberrechtlich geschützte Inhalte beliebig oft zu vervielfältigen. In einer gemeinsamen Erklärung wissenschaftlicher Verleger und des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels heißt es, das Gesetz enteigne Verleger und Autoren und gefährde Verlage in ihrer Existenz.

Ein Paragraph des Gesetzentwurfs sieht vor, dass Schulen, Hochschulen und nichtkommerzielle Forschungseinrichtungen Publikationen für eigene Zwecke ohne Genehmigung digitalisieren, kopieren und ins Intra- oder Internet stellen dürfen. "Letztlich brauchen alle deutschen Bibliotheken zusammen dann nur noch ein Exemplar eines Lehrbuchs oder einer Fachzeitschrift. Das kann für alle Universitäten kopiert und in deren Datennetze gestellt werden," sagt Georg Siebeck, Chef des Mohr-Siebeck-Verlags in Tübingen. Damit brächen den Fachverlagen die Umsätze weg: "Die deutschen wissenschaftlichen Verlage werden daran zugrunde gehen," so Siebeck weiter.

Die betroffenen Verlage wollen mit einer Anzeigenkampagne in der Fach- und der überregionalen Presse die Einführung des betreffenden Paragraphen verhindern. Nach Angaben des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels beliefen sich allein die Verkaufserlöse mit Fachzeitschriften im Jahr 2001 auf 850 Millionen Euro. Gut ein Viertel dieser Summe entfällt auf Verkäufe an Hochschulen und Forschungseinrichtungen. ra
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