Fachtitel steigern Anzeigenumsatz

Mittwoch, 26. April 2006

Das Anzeigengeschäft der deutschen Fachzeitschriften zieht wieder an. Wie aus dem aktuellen Horizont-Ranking der werbeumsatzstärksten Titel hervorgeht, haben die Top 100 im vergangenen Jahr 595 Millionen Euro umgesetzt und damit 1,4 Prozent mehr als 2004. Im Jahr zuvor hatte der Anzeigenmarkt für die Fachpresse noch weitgehend stagniert, die 50 größten Titel mussten sogar ein leichtes Minus von 0,1 Prozent hinnehmen. Jetzt blickt die Mehrheit der Verlagsleiter erfreut auf die Anzeigenstatistik: Die meisten Fachmedien tendierten ins Plus, nur jede dritte Publikation verzeichnet zurückgehende Werbeeinnahmen. "Das vergangene Jahr verlief insgesamt positiver als 2004. Ein leichter Rückenwind war zu spüren, und die positive Entwicklung scheint sich zu verstärken", fasst Rüdiger Hennigs, Geschäftsführer der Weka-Zeitschriftengruppe Poing, die Situation zusammen. Vom Aufschwung profitieren die großen Titel offensichtlich stärker als die kleinen: Die 20 führenden Fachmedien erzielen ein Plus von 3,4 Prozent und wachsen damit deutlich stärker als der Durchschnitt. Ihr Anteil am Gesamtumsatz der 100 größten Titel liegt bei 51 Prozent. Somit landet jeder zweite Fachwerbe-Euro bei einem der Top 20 B-to-B-Blätter. Allein fünf davon gibt der Deutsche Fachverlag (DFV), Frankfurt, heraus, bei dem auch Horizont erscheint.

Werbeträger Nummer 1 unter den deutschen Fachzeitschriften ist das "Deutsche Ärzteblatt" aus dem Deutschen Ärzte-Verlag, Köln. Durch ein kräftiges Plus von 7,9 Prozent kletterten die Erlöse auf 39,4 Millionen Euro. Knapp dahinter folgt die "Lebensmittel Zeitung" aus dem Deutschen Fachverlag, Frankfurt, mit 37,4 Millionen Euro auf Platz 2.

Noch enger ging es im vergangenen Jahr im Wettbewerb um Platz 3 zu. Den sichert sich die zur Springer Science + Business Media, Berlin, gehörende "Ärzte Zeitung" mit einem um nur 2 Prozent höheren Umsatz gegenüber der "TextilWirtschaft" (DFV).

Auf Platz 9 findet sich mit "Medical Tribune" aus dem gleichnamigen Verlag in Wiesbaden eine weitere Ärzte-Publikation unter den ersten 10. Die drei Mediziner-Medien vereinen allein 35 Prozent des Top-10-Umsatzes auf sich und stellen in der Champions League der Fachwerbeträger die stärkste Fraktion.

Insgesamt 13 Titel melden einen Anzeigenumsatz in zweistelliger Millionenhöhe, immerhin 36 erwirtschaften mehr als 5 Millionen Euro. Für Platz 100 qualifiziert im 2005er Ranking ein Werbeumsatz von genau 2 Millionen Euro. Die Umsatzzahlen sagen nicht nur Wesentliches über das Wohlbefinden der einzelnen Medien aus, sondern spiegeln auch die ökonomische Befindlichkeit unterschiedlicher Branchen wider. So leiden die Bau- und Architekturtitel weiterhin unter einer schwierigen Konjunktur, die den meisten im vergangenen Jahr ein deutliches Anzeigenminus bescherte. rol

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