Fachpresse-Statistik: Online-Erlöse bescheren Fachverlagen Umsatzplus

Freitag, 04. Mai 2012
Die Deutsche Fachpresse erhebt jährlich die Fachpresse-Statistik
Die Deutsche Fachpresse erhebt jährlich die Fachpresse-Statistik

Die deutschen Fachverlage konnten 2011 weiter wachsen. Die gesamte Branche erzielte im vergangenen Jahr Umsätze in Höhe von 3,09 Milliarden Euro - ein Plus von 1,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Wachstumstreiber waren in erster Linie elektronische Medien und Events, die Vertriebserlöse waren dagegen rückläufig. Das geht aus der aktuellen Fachpresse-Statistik 2011 der Deutschen Fachpresse hervor. Wie die Publikumsverlage wachsen auch die deutschen Fachverlage derzeit fast ausschließlich in neuen Geschäftsfeldern: So waren die digitalen Angebote mit einem Plus von 17,6 Prozent die stärksten Wachstumstreiber. Mittlerweile steuern digitale Medien 15,1 Prozent zum Umsatz der deutschen Fachmedien bei.

Im Bereich Dienstleistungen verzeichneten die Fachverlage ebenfalls ein deutliches Umsatzwachstum von 13,9 Prozent. Vor allem Events trugen mit einem Plus von 22 Millionen Euro zu der positven Entwicklung bei. Insgesamt erlösten die Fachverlag im vergangenen Jahr 194 Millionen Euro mit Dienstleistungen, der Anteil am Gesamtumsatz liegt bei 6,3 Prozent.

Das wichtigste Standbein der Branche bleiben aber nach wie vor die Fachzeitschriften mit einem Umsatzanteil von 58,1 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr mussten die Fachverlage in ihrem Kerngeschäft allerdings ein kleines Umsatzminus von 0,6 Prozent hinnehmen, das vor allem durch gesunkene Vertriebserlöse (-23 Mio. Euro)zustande kam. Der Anzeigenmarkt konnte dagegen um 19 Millionen Euro zulegen. Insgesamt ist die Zahl der Fachzeitschriften im Jahr 2011 von 3829 auf 3683 Titel gesunken. Rückläufig entwickelte sich auch das Segment Fachbücher/Loseblatt, das um 3,7 Prozent auf 634 Millionen Euro zurückging. Insgesamt erzielen die Fachverlage aber noch ein gutes Fünftel ihrer Umsätze (20,6 Prozent) in diesem Segment.

"Die Ergebnisse der Fachpresse-Statistik belegen einmal mehr den besonderen Stellenwert unserer Produkte für Entscheider in Wirtschaft, Wissenschaft und Politik", sagt Karl-Heinz Bonny, Sprecher der Deutschen Fachpresse. "Während die Bereitschaft, für Informationen Geld auszugeben, in der Gesellschaft insgesamt eher sinkt, können wir gegen den Trend auf die Zahlungsbereitschaft unserer Kunden zählen - in allen Medienformaten. Das zeigt uns, unsere Medien sind relevant."

Für das kommende jahr sind die deutschen Fachverlage vorsichtig optimistisch. Mehr als die Hälfte der Verlage gehen davon aus, dass sie ihr Jahresergebnis auf dem guten Niveau des Vorjahres halten werden, weitere 28 Prozent erwarten ein besseres Ergebnis als in 2011. Etwa jeder sechste Verlag rechnet für das laufende Jahr mit einem Umsatzrückgang.

Die ausführlichen Ergebnisse der Fachpresse-Statistik 2011 stehen unter www.deutsche-fachpresse.de/statistik-aktuell/ zum Download bereit. dh
Meist gelesen
stats