Fachpresse-Statistik: Anzeigengeschäft zieht an

Montag, 21. April 2008
Eva Wille, Sprecherin der Deutschen Fachpresse, fühlt sich an das Boomjahr 2001 erinnert
Eva Wille, Sprecherin der Deutschen Fachpresse, fühlt sich an das Boomjahr 2001 erinnert
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Fachverlag Anzeigengeschäft Gesamtumsatz Wiley-VCH Eva E.


Das Geschäft der B-to-B-Verlage läuft gut. Der Gesamtumsatz der deutschen Fachverlage stieg im Jahr 2007 um 4,2 Prozent und liegt damit erstmals über 3 Milliarden Euro. Zu diesem Ergebnis kommt die Fachpresse-Statistik 2007, die der Verband Deutsche Fachpresse in Kooperation mit dem Institut Bellgardt + Behr vorgelegt hat. Die Studie basiert auf einer schriftlichen Mitgliederbefragung, die von Januar bis März 2008 stattgefunden hat. Stärkster Wachstumstreiber nach absoluten Zahlen sind die Anzeigenerlöse der Fachpublikationen. Ihr Anteil macht mit rund 60 Millionen Euro etwas weniger als die Hälfte des Gesamtwachstums von 123 Millionen Euro aus. Mit deutlichem Abstand folgen Erlöse aus Events (20 Millionen Euro) und Vertriebserlöse aus Elektronischen Medien (13 Millionen Euro). "Erstmals konnten die Fachverlage damit wieder an den Stand des Boomjahres 2001 anknüpfen", zeigt sich Eva E. Wille (Wiley-VCH), Sprecherin der Deutschen Fachpresse, zufrieden.

Dabei bleibt die Struktur der Fachmedienerlöse insgesamt nahezu unverändert: Fachzeitschriften sind mit knapp 65 Prozent Anteil am Gesamtumsatz weiterhin das wichtigste Medium im Portfolio. Ihr Umsatz erhöhte sich im vergangenen Jahr um 3,9 Prozent auf rund 2 Milliarden Euro. Die Anzeigenerlöse stiegen um 6,3 Prozent auf rund 1 Milliarde Euro. Die Vertriebserlöse dagegen verbesserten sich mit plus 0,9 Prozent lediglich leicht auf rund 900 Millionen Euro.

Zweitwichtigster Bereich sind mit einem Anteil von rund 22 Prozent am Gesamtumsatz die Fachbücher, deren Umsätze im Jahr 2007 allerdings stagnierten. Dagegen wuchsen Dienstleistungen wie Events, Corporate Publishing und Sponsoring (plus 17 Prozent) sowie Elektronische Medien (plus 11 Prozent) zweistellig. Allerdings ist ihr Anteil am Gesamtportfolio mit 5 beziehungsweise 8 Prozent immer noch vergleichsweise gering.

Als Indikatoren für das Wachstum der Branche führt der Verband weitere Zahlen an: So gab es 2007 rund 3900 Fachzeitschriftentitel, das sind vier Prozent mehr als im Vorjahr. Schon das Vorjahresergebnis war für mehr als die Hälfte der Fachverlage eine Verbesserung gegenüber 2006. Nach Einschätzung der Befragten soll der positive Trend auch 2008 anhalten: Jeder zweite Fachverlag erwartet, dass sich sein Jahresergebnis nochmals verbessert.
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