Fachpresse-Kongress: "Kundenbedürfnisse sind King"

Dienstag, 18. Mai 2010
Die Deutsche Fachpresse veranstaltet am 18. und 19. Mai ihren Kongress in Wiesbaden
Die Deutsche Fachpresse veranstaltet am 18. und 19. Mai ihren Kongress in Wiesbaden

"Nicht Content ist King, sondern die Bedürfnisse der Kunden", diese These vertrat Katrin Siems, Director of Business Development vom Fachverlag De Gruyter, in ihrer Rede beim Kongress der Deutschen Fachpresse in Wiesbaden. Zwar seien Inhalte auch weiterhin relevant, aber für Verlage sei zunehmend erfolgsentscheidend, wie und über welche Kanäle sie ihre Angebote ausliefern. Usability nennt sie als entscheidendes Stichwort, sprich das bestmögliche Design an der Schnittstelle zwischen Medium und Nutzer. Aufgrund der Fragmentierung der Gesellschaft sind die Anforderungen der Kunden an die Usability jedoch inzwischen sehr vielfältig. Und genauso vielfältig müssen heute die Lösungen der Medienhäuser sein. Siems identifiziert sechs Faktoren, die Verlage in Zukunft berücksichtigen müssen:

1. Kopplungsgewinn: Verbraucher wünschen sich Plattformen, auf denen sie möglichst viele Dinge erledigen können, wie zum Beispiel sich zu informieren, zu kommunizieren und zu kommentieren. Entsprechend vielfältig sollten die Angebote der Verlage aufgebaut sein.

2. Choice: Medienhäuser sollten ihren Zielgruppen eine möglichst große Auswahl an Kanälen bieten. Wichtig ist dabei, dass die Inhalte für die Kanäle spezifisch aufbereitet sind.

3. Arbitrage: Die Time-to-Market muss stark verkürzt werden. Das heißt eine Fach- oder Wissenschaftszeitschrift sollte einen Beitrag nach dem Einreichen des Autors möglichst schnell veröffentlichen.

4. Convenience: Der Zugang zu Wissen sollte personalisierbar sein. Nutzer sollten also die Möglichkeit haben, Angebote nach ihren Bedürfnissen zu filtern. Als Beispiel nennt Siems das Angebot iGoogle des Suchmaschinenriesen.

5. Erlebnisgewinn: Ein Verlagsangebot sollte über die reine Informationsvermittlung hinausgehen und einen weiteren Mehrwert bieten. So kann beispielsweise eine Online-Plattform eines Fachmediums um eine Community ergänz werden.

6. Egogewinn: Mit einem starken Branding sollten Verlage "einen Beitrag zur Ich-Identität leisten", so Siems. Das heißt Marken sollten so stark aufgebaut werden, dass der Rezipient sich damit identifizieren kann. bn
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