Fachmedien: Gewinner und Verlierer halten sich die Waage

Donnerstag, 18. April 2013
Top 3 Fachblätter nach Bruttoanzeigenumsatz 2012
Top 3 Fachblätter nach Bruttoanzeigenumsatz 2012

An der Spitze hat sich nichts geändert: Das "Deutsche Ärzteblatt" bleibt weiterhin die Fachzeitschrift mit dem höchsten Bruttoanzeigenumsatz - das ergibt eine exklusive Erhebung von HORIZONT. Zwar hat der Wochentitel des Deutschen Ärzteverlags in Köln rund 7 Millionen Euro und somit 15 Prozent weniger Bruttowerbeerlöse erzielt als im Jahr zuvor, der Abstand zur zweitplatzierten Lebensmittel Zeitung" (minus 5,3 Prozent) ist dadurch nur noch gut halb so groß. Die Nummer 3 auf dem Siegerpodest ist TextilWirtschaft" (minus 7,5 Prozent), die ebenso wie die LZ" zum Deutschen Fachverlag in Frankfurt gehört, dem Herausgeber von HORIZONT. Die 30 größten deutschen Fachzeitschriften konnten sich 2012 dem Gesamttrend für Print nicht entziehen und büßten gegenüber dem Vorjahr 3,1 Prozent des Bruttoanzeigenumsatzes ein. 2011 hatten sie noch einen Zuwachs von 3,4 Prozent gemeldet. Dennoch steht bei der Mehrheit der Titel ein Plus im Jahresvergleich: 15 haben mehr Anzeigengeld verdient, bei zweien blieb die Summe konstant, bei 13 floss weniger in der Kasse.

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In der aktuellen HORIZONT-Ausgabe 16/2013 veröffentlicht HORIZONT die exklusiv erhobenen Anzeigenerlöse der 30 größten deutschen Fachzeitschriften.

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Die Entwicklung der Top 30 und des Gesamtmarktes bewegt sich in die gleiche Richtung, die Veränderung zum Vorjahr fällt ähnlich dosiert aus. Das belegt die Werbeträgerstatistik Mediaskop" der Vertriebsunion Meynen in Eltville, die seit vielen Jahren das Anzeigenaufkommen deutscher Fachzeitschriften aufzeichnet. 2012 hat der Datenspezialist die Marktentwicklung von 311 Titeln in 43 Fachwerbesegmenten (inklusive Wirtschaftspresse) aufgezeichnet. Gegenüber 2011 ergibt sich ein Umsatzminus von 4 Prozent. Im Jahr zuvor hatten die B-to-B-Titel noch einen Zuwachs von 6 Prozent verzeichnet.

Die Anzeichen für ein Ende oder zumindest eine Verlangsamung des Abwärtstrends verdichten sich allerdings. Nachdem die Einbußen im ersten Dreivierteljahr 2012 deutlich stärker waren, lagen die Erlöse im Schlussquartal gegenüber IV/2011 lediglich noch mit 0,5 Prozent zurück. Lässt man die Wirtschaftspresse unberücksichtigt, beträgt der Werbeumsatz der übrigen 42 beobachteten Segmente rund 429 Millionen Euro. Das entspricht einem Rückgang von 16 Millionen Euro oder 3,6 Prozent gegenüber dem Jahr zuvor.

Im Schnitt konnte die Fachpresse nur in 3 von 10 Märkten ihre Anzeigenerlöse steigern. So ist die Krise der Photovoltaikbranche an den Verlagen, die sich mit dieser Branche beschäftigen, nicht vorübergegangen. Die Titel aus dem Segment Erneuerbare Energien" mussten mit 22,3 Prozent weniger Einnahmen auskommen als 2011. Ebenfalls gebeutelt sind die Fachtitel aus der Medizintechnik, die erneut stark verloren (minus 20,7 Prozent). Größter Gewinner ist das Segment Beschaffung/Einkauf" mit einem Zuwachs von 22,8 Prozent vor Convenience" (plus 16,7 Prozent) und Druckverarbeitung" (plus 12,1 Prozent).

Die Top 30 Fachzeitschriften (Anklicken zum Vergrößern)
Die Top 30 Fachzeitschriften (Anklicken zum Vergrößern)
Das meiste Anzeigengeld der Fachwerbungtreibenden auf Mediaskop-Basis fließt in die Industrie-Titel, die gut 11 Prozent des Gesamtumsatzes auf sich vereinen. Zweitstärkstes Segment ist der Lebensmittelmarkt mit einem Umsatzanteil von rund 8 Prozent, gefolgt von Elektronik (6,9 Prozent) und Marketing/Werbung (5,4 Prozent). Die Zahlen für das erste Quartal 2013 werden Ende April erwartet. rol

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