Facebook vor dem Börsengang: Schrumpfender Gewinn, wachsendes Patentportfolio

Dienstag, 24. April 2012
Facebook-Chef Mark Zuckerberg hat noch viel Arbeit vor dem anvisierten Börsengang
Facebook-Chef Mark Zuckerberg hat noch viel Arbeit vor dem anvisierten Börsengang


Facebook befindet sich in gespannter Erwartung: Vermutlich am 17. Mai will das Unternehmen an die Börse gehen. Mit dem milliardenschweren Instagram-Deal hat sich CEO Mark Zuckerberg schon einmal in Stellung für das Parkett gebracht. Doch es gibt noch viel zu tun: Das Wachstum von Facebook hat sich im Vergleich zum Vorjahr stark verlangsamt. Zudem trifft das soziale Netzwerk Vorkehrungen gegen zukünftige Patentstreitigkeiten.
Den aktualisierten Börsenpapieren zufolge, die Facebook gestern vorlegte, machte das Unternehmen im 1. Quartal 2012 einen Gewinn von 205 Millionen Dollar und steigerte seinen Umsatz um 45 Prozent auf 1,06 Milliarden Dollar. Im Vergleich zum gleichen Zeitraum im Jahre 2011 bedeuten diese Zahlen einen Rückgang: So lag der Nettogewinn im 1. Quartal 2011 noch bei 233 Millionen Dollar, das Umsatzwachstum betrug 88 Prozent. Gründe für den schrumpfenden Gewinn sind laut Facebook deutlich gestiegene Marketing- und Entwicklungskosten. Zudem hat Zuckerberg laut "Spiegel Online" sein Team um gut 46 Prozent auf nunmehr 3500 Mitarbeiter vergößert.

Facebook: Daumen hoch für neue Patentrechte
Facebook: Daumen hoch für neue Patentrechte
Als ein weiterer Hemmschuh für nachhaltiges Wachstum könnte sich außerdem das Thema Patente ausweisen: Als Yahoo Anfang März Klage gegen Facebook wegen mehrfacher Patentverletzungen einreichte, löste dies bei den Facebook-Machern große Nervosität aus. Zwar wehrte man sich mit einer Gegenklage. Doch um sich Rechtsstreitigkeiten wie die mit Yahoo künftig zu ersparen, kauft Facebook ein 550 Millionen Dollar schweres Patente-Pakte von Microsoft. Um welche Patente es sich dabei genau handelt, ist unklar. Wie "SpOn" spekuliert, soll es sich jedoch um "Technologien für Werbung, Suche, Inhalte, soziale Netzwerke und Sicherheit" handeln. Laut Facebook-Chefjustiziar Ted Ullyot sei der Deal  ein "wichtiger Schritt in unserem anhaltenden Bemühen, ein Portfolio an geistigem Eigentum aufzubauen, mit dem Facebook seine Interessen langfristig schützen kann."

Die Patente gehören zu einem Paket, das Microsoft seinerseits vom AOL-Konzern erworben hatte. Für die insgesamt etwa 900 Lizenzen hatte der Internetriese mehr als eine Milliarde Dollar auf den Tisch gelegt. Facebook und Microsoft haben sich offenbar zugesichert, die Patente gleichzeitig nutzen zu dürfen. ire
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