Facebook versucht's erneut mit Werbung

Freitag, 24. August 2012
Daumen hoch für Werbung: Facebook öffnet Suchfunktion für Anzeigekunden
Daumen hoch für Werbung: Facebook öffnet Suchfunktion für Anzeigekunden
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Auf der Suche nach einem Modell, die mehr als 900 Millionen User auch zu vermarkten, schlägt Facebook nun einen Weg ein, mit dem das Unternehmen Google in die Quere kommt. Das Social-Media-Network will seine Suchfunktion für Werbekunden öffnen, berichtet die "FTD" mit Bezug auf den US-Blog Techcrunch. Über ein Eingabefenster suchen die Nutzer bislang bei Facebook direkt nach Personen, Apps oder Fanseiten von Unternehmen. Facebook will den Werbekunden nun die Möglicheit geben, bei solchen Anfragen eigene Anzeigen zu schalten, so genannte "Sponsored Results". Es wäre eine Möglichkeit, Werbung zu platzieren, ohne die Nutzer allzusehr zu vergraulen.

Bislang hat das Unternehmen Probleme, seine enorme Reichweite auch zu kapitalisieren, denn die Nutzer reagieren verhalten auf Werbung in dem doch sehr persönlichen Umfeld. Dass die schiere Größe allein noch keinen Umsatz bringt, hat nun auch der Aktienmarkt verstanden. Seit dem Börsengang im Mai ist der Kurs auf die Hälfte gesunken, strategische Investoren sind schnell ausgestiegen.

Entsprechend hoch ist der Druck auf Facebook-Gründer Mark Zuckerberg und Geschäftsführerin Sheryl Sandberg. Das Netzwerk probiert derzeit mehrere Projekte aus: Facebook Exchange ermöglicht es den Unternehmen in Echtzeit Werbung zu platzieren. Wenn ein Nutzer auf der Seite eines Kochportals war, können Lebensmittelunternehmen Werbung für ihre Produkte schalten, wenn der User zu Facebook zurückkehrt.

Mit den ebenfalls eingeführten Sponsored Stories hat sich Facebook dagegen bislang nicht viele Freunde gemacht. Dabei finden sich Nutzer, die eine Seite liken, als Fans im Werbeumfeld wieder. In den USA klagen haben dagegen fünf amerikanische Facebook-Nutzer geklagt. Der US-Richter Richard Seeborg hat den von Facebook vorgeschlagenen Vergleich von der Zahlung von 10 Millionen Dollar und Übernahme der Anwaltskosten laut "Spiegel Online" Anfang der Woche jedoch abgelehnt.

Einen Effekt hat die Entscheidung jedoch bereits: Die Nutzer müssen der Nutzung ihrer Likes für werbliche Zwecke im Bereich "Privatsphäre-Einstellungen" zustimmen. pap
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