Facebook macht Bereitschaft zur Organspende auch bin Deutschland sichtbar

Donnerstag, 01. November 2012
Eva-Maria Kirschsieper (Facebook), Frank-Walter Steinmeier und Günter Kirste (Vorstand DSO)
Eva-Maria Kirschsieper (Facebook), Frank-Walter Steinmeier und Günter Kirste (Vorstand DSO)


Ab heute gilt in Deutschlands Transplationsgesetz die so genannte Entscheidungsregelung: Jeder Versicherte muss künftig dokumentieren, ob er nach seinem Tod seine Organe spenden möchte oder nicht. Die Entscheidung wird etwa auf der Gesundheitskarte festgehalten. Seit heute gibt es jedoch noch eine weitere Möglichkeit, sich als Organspender zu identifizieren: Deutsche Facebook-Mitglieder können ihre Bereitschaft zur Organspende ab sofort sichtbar machen. Dazu müssen die Nutzer beim Verfassen einer entsprechenden Statusmeldung zunächst "Lebensereignis" wählen und anschließend auf "Gesundheit & Wellness" klicken. Die Willensbekundung erfolgt freiwillig. Man verpflichte sich dadurch weder zur Organspende, noch werde man in eine Kartei eingetragen, versichert Facebook. Vielmehr bleibe das einzige offizielle Dokument der Organspendeausweis. Auch ob und für wen das Ereignis in der Chronik sichtbar ist, entscheidet allein der Nutzer. In den USA und Kanada gibt es die Funktion bereits seit Mitte des Jahres, nachdem Facebook-CEO Mark Zuckerberg einen entsprechenden Aufruf gestartet hatte.

"Durch unsere Reichweite möchten wir unseren Teil dazu beitragen, dieses so wichtige Thema immer wieder in Erinnerung zu bringen und die Menschen auf Facebook davon überzeugen, dass es notwendig ist, sich über Organspende Gedanken zu machen. Diskussionen anzustoßen, den Menschen die Möglichkeit zu geben, Ideen und Gedanken zu teilen, ist Teil des Leitbildes von Facebook", sagt Gunnar Bender, Director Public Policy Facebook Deutschland.

Die Initiative wird hierzulande in Kooperation mit der Stiftung "Fürs Leben" umgesetzt, der SPD-Fraktionsvorsitzende Frank-Walter Steinmeier setzt sich für die Aktion ein. Der ehemalige Bundesaußenminister sorgte im Jahr 2010 für große öffentliche Aufmerksamkeit, als er seiner Frau eine Niere spendete. Aktuell stehen in Deutschland 12.000 Patienten auf der Warteliste für ein Organ. Jeden Tag sterben laut "Fürs Leben" im Durchschnitt drei Menschen, denen nicht rechtzeitig mit einer Organspende geholfen werden konnte. ire
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