Facebook lässt Penis-Cover des "Zeit"-Magazins verschwinden

Freitag, 27. Juli 2012
Das war Facebook dann doch zu viel der Männlichkeit
Das war Facebook dann doch zu viel der Männlichkeit

"Das ist übrigens ein Penis" lautet die Überschrift der Coverstory des aktuellen "Zeit"-Magazins. Darunter ist ein besonders prachtvolles Exemplar zu sehen - sepiafarben und leicht abgedunkelt, aber gut zu erkennen. Auch die zweite Titelseite des Magazins ziert ein männliches Glied. Zu viel der offen zur Schau gestellten Männlichkeit für Facebook: Das Netzwerk entfernte das Cover auf der Facebook-Seite des "Zeit"-Magazins. Wie jede Woche veröffentlichte die Redaktion am Mittwochnachmittag beide Titelseiten des aktuellen Magazins auf seiner Facebook-Seite. Auf der ersten Titelseite ist ein nur spärlich, aber an den den entscheidenden Stellen bekleideter Mann zu sehen. Die zweite Titelseite ziert ein nackter Mann. In der dazugehörigen Titelgeschichte zum Thema "männliche Nackheit" geht die Autorin Elisabeth Raether der Frage nach, warum man so selten nackte Männer sieht.

Facebook zumindest scheint nicht gewillt, an diesem für manche Frauen offensichtlich bedauernswerten Zustand etwas zu ändern. Bereits am Abend hatte das Netzwerk die Titelseite in dem Netzwerk gelöscht. Übrigens ohne die "Zeit" vorab zu informieren. Auf Anfrage des "Zeit"-Magazins ließ Facebook auf seine "Community Standards" veweisen.

"Es ist, als hätte unser Eintrag nie existiert. Ich bin verblüfft, dass sich die These unserer Autorin Elisabeth Raether so schnell bewahrheitet hat", wundert sich Christoph Amend, Chefredakteur des "Zeit"-Magazins. Raethers Essay beginnt mit folgenden Sätzen: "Welche Frau nicht das Glück hat, mit einem Mann zusammen zu sein, bekommt selten einen Penis zu Gesicht. Penisse lassen sich in der Öffentlichkeit kaum blicken." Wie wahr. dh
Meist gelesen
stats