Facebook auf dem Weg zur medialen Schaltzentrale

Freitag, 13. Februar 2009
Die Community wird verstärkt auch von älteren Menschen genutzt
Die Community wird verstärkt auch von älteren Menschen genutzt

Facebook entwickelt sich zunehmend zur zentralen Social Media-Schaltstelle. Eine Zusammenarbeit mit dem weltgrößten Handy-Hersteller Nokia könnte dieser Position weiteren Rückhalt geben. Gleichzeitig gewinnt das Netzwerk auch jenseits jüngerer Altersgruppen an Relevanz. In den USA stieg der Anteil der Frauen über 55 bei Facebook um rund 175 Prozent seit September 2008. Auch bei den Männern über 55 konnte Facebook laut "Inside Facebook" mit einem Wachstum von rund 137 Prozent dramatisch zulegen. Die am stärksten wachsende Gruppe ist aber weiter die Altersklasse von 26 bis 34 Jahren. 45 Prozent der Nutzer in den USA sind 26 Jahre oder älter. In Deutschland hat sich die Plattform schon kurze Zeit nach dem Start bereits auf rund 2 Millionen Mitglieder gesteigert.

Das verspricht eine breite Nutzerbasis, wenn die Pläne der Kooperation mit Nokia wahr werden. Nach Informationen des „Wall Street Journal“ sollen künftig im Facebook-Netzwerk hinterlegte Kontakte in das Adressbuch auf dem Mobiltelefon übertragen werden können. Facebook würde damit die Vernetzungsmöglichkeiten der Community-Mitglieder weiter erhöhen. Eine Facebook-Anwendung für das iPhone gibt es bereits.

Facebook könnte so langfristig zudem zusätzliche Daten über seine Nutzer erhalten und diese zu Vermarktungszwecken nutzen. Facebook wäre damit auch ein wichtiger Treiber für das Mobil Marketing. Schon jetzt kommen rund 13 Prozent aller Logins bei Facebook über mobile Endgeräte zustande.

Applikationen zum Empfehlungsmarketing, die Facebook gegenwärtig auf der Plattform einführt, könnten sich dann womöglich auch auf dem Handy wiederfinden. So bietet das Netzwerk mittels Facebook Connect den Nutzern die Option, sich mit ihrem Facebook-Account auf Drittseiten einzuloggen. Die dortigen Aktivitäten können dann ans eigene Netzwerk bei Facebook zurückgespielt werden.

Ein Beispiel: Ein Nutzer sieht sich bei Spiegel Online die jüngste Ausgabe eines Videoblog an. Diese Aktion wird an seine Freunde bei Facebook übertragen, die er nun beispielsweise einladen kann, sich den Clip gemeinsam anzusehen und darüber zu diskutieren.

Daneben gibt es bereits einer Reihe von Shopping-Anwendungen in Facebook. So können mit Stylefeeder direkt aus Facebook Shopping-und Produkt-Tipps an den eigenen Freundeskreis weitergereicht werden.

Mit dem Werbeformat der Engagement Ads will Facebook zudem die Mitglieder zur Interaktion mit den Anzeigen animieren. Diese sollen mit den Anzeigen interagieren, sie kommentieren, sich der Marke als Fan anschließen oder auf diesem Weg ein virtuelles Geschenk an Freunde senden können. Die Aktionen sollen auch auf der Freundesliste sichtbar sein. Das Ziel ist zielgerichtetere und individuellere Werbung.

Derartige Werbeformen könnten sich dann auch auf dem Handy wiederfinden. Obendrein wäre es denkbar, dass über solche Empfehlungsapplikationen gleich das passende Restaurant zum Shopping in der City angezeigt wird, weil man seinen Freunden bei Facebook gerade per Handy seinen jüngsten Einkauf im Nike-Store mitgeteilt hat. ork
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