"FTD": Wirtschaftszeitung wird laut "FAZ" eingestellt / Betriebsrat appelliert an Vorstand

Dienstag, 20. November 2012
Die "FTD" steht offenbar vor dem Aus
Die "FTD" steht offenbar vor dem Aus

Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" meldet online, dass Gruner + Jahr die "Financial Times Deutschland" einstellt und die Zeitschriften "Impulse" und "Börse Online" verkauft. Die Zeitung will von einem entsprechenden Vorstandsbeschluss erfahren haben. Lediglich das Magazin "Capital", das ebenfalls zum Wirtschaftsportfolio von G+J gehört, wolle das Verlagshaus behalten und von Berlin aus weiterführen. Auch "Spiegel Online" berichtet über dieses Szenario. Dort ist zudem zu lesen, dass G+J in diesem Jahr auf Entlassungen verzichten, dafür aber 2013 Kündigungen aussprechen werde. Wie die "FAZ" berichtet, seien im Vorstand zuletzt zahlreiche Modelle geprüft worden, ob und in welcher Form die "FTD" fortgeführt werden könnte. Keines dieser Modelle habe sich als wirtschaftlich tragfähig erwiesen. Ursächlich für das Aus seien sinkende Anzeigenerlöse und fallende Auflagen bei den Wirtschaftsmedien, die alleine in diesem Jahr zu einem Verlust von rund 15 Millionen Euro führen würden, 10 Millionen Euro davon entfielen auf die lachsrosa Wirtschaftszeitung, so die "FAZ".

Das Schreiben des Betriebsrats an den G+J-Vorstand
Das Schreiben des Betriebsrats an den G+J-Vorstand
Die Mitarbeiter der G+J-Wirtschaftsmedien stehen damit vor einer ungewissen Zukunft. Der Betriebsrat des Verlagssegments hat sich deswegen engeschaltet und appelliert in einem Flugblatt an den Vorstand, die Wirtschaftsmedien zu erhalten (siehe Abbildung rechts). Es gehe um die Jobs von 400 Mitarbeitern. Doch nicht nur das: "Mit dem Ende der Wirtschaftsmedien würde der deutsche Qualitätsjournalismus erhebliche Einbußen erleiden", heißt es in dem Dokument, das HORIZONT.NET vorliegt. Der Betriebsrat bezieht sich dabei auf die zahlreichen nationalen und internationalen Auszeichnungen, die die Wirtschaftstitel in den vergangenen Jahren eingesammelt haben, sowie die agenturrelevante Berichterstattung. ire
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