FRK ruft nach europäischer Kartellbehörde im Fall Liberty

Mittwoch, 19. Dezember 2001

Der Fachverband Rundfunkempfangs- und Kabelanlagen (FRK) fordert die Einschaltung der europäischen Kartellbehörde im Fall Liberty. "Offensichtlich versucht Liberty Media die deutsche Kartellbehörde durch Bündelung von Inhalten und Infrastruktur über den Umweg Frankreich und England zu umgehen", erklärt Heinz-Peter Labonte, geschäftsführendes Vorstandsmitglied des FRK.

Liberty-Media-Boss John Malone sei offenbar nicht bereit, die Bedenken des Bundeskartellamtes allein ernst zu nehmen und arbeite weiter daran, nicht nur die Infrastruktur, sondern auch die Inhalte für die Verbreitung elektronischer Medien in Deutschland in die Hand zu bekommen. Offensichtlich solle so die marktbeherrschende Stellung im deutschen Kabel- und Medienmarkt erreicht werden.

Um dies zu verhindern, müsse nach der neusten Entwicklung mit Vivendi und BSkyB/News Corp neben dem Bundeskartellamt auch die europäische Kartellbehörde eingeschaltet werden, forderte Labonte. Denn Liberty Media wolle jetzt wohl in Kooperation mit dem französischem Großkonzern Vivendi die Pay-TV-Inhalte von Canal Plus nutzen, um über Kabel auch Inhalte anbieten zu können. Damit kämen die deutschen Anbieter von Inhalten ins Hintertreffen und der Wettbewerb - vor allem gegenüber den mittelständischen Netzbetreibern - werde verzerrt.

"Die mittelständischen Kabelnetzbetreiber müssen befürchten," so Labonte weiter, "dass nach einer zusätzlichen Übernahme der Kirch-Gruppe durch Malone und Murdoch bislang unabhängige Kabelnetzbetreiber über die Lieferung von Programmen zur Aufgabe gezwungen beziehungsweise preislich erpresst werden sollen."
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