FRA Medien Treff: Unternehmen werden Broadcaster

Mittwoch, 12. Mai 2010
Podiumsdiskussion beim 3. FRA Medien Treff
Podiumsdiskussion beim 3. FRA Medien Treff

Unternehmen werden ihre Werbeinhalte bald in steigendem Maße selbst produzieren und auf die Unterstützung aus der Medien- und Produktionsbranche verzichten. Dieser Meinung ist Thomas Geiger, Geschäftsführer der Kommunikations- und Medienberatung Icom in Wiesbaden: "Brands sind die Broadcaster der Zukunft", sagte Geiger beim FRA Medien Treff in Frankfurt. Mit Blick auf das von ihm umgesetzte Bahn TV-Online führte der Corporate-Publishing-Verfechter im Rahmen der Gesprächsrunde zum Thema Branded Entertainment aus: "Unternehmen müssen längst keine Aufträge mehr für TV vergeben. Sie zeigen teilweise schon heute, dass sie es selbst besser können - und der Trend wird noch zunehmen." Als Beispiele verwies er unter anderem auf Red Bull TV und Mercedes Benz TV.

Dass es in diesem Zusammenhang auch zur Verschiebung von Media- und Marketingbudgets kommen wird, darüber waren sich die Podiumsteilnehmer, darunter unter anderem Lars-Eric Mann von IP Solutions und Opel-Kommunikationschef Frank Klaas, größtenteils einig. Dass Branded Entertainment-Lösungen nicht nur für große Unternehmen, sondern auch für kleine und mittelständische Betriebe in Frage kommen, wollte Holger Pfeiffer, Marketing-Direktor der Licher Brauerei, jedoch nicht unwidersprochen lassen: „Auch wir haben solche Angebote auf dem Tisch - aber die Kosten-Nutzen-Frage fällt dabei negativ aus." IP-Vermarkter Mann geht dennoch von einer zunehmenden Bedeutung von Branded Entertainment im Mediamix aus: "Die Wertigkeit wird steigen, auch wenn der Umsatz heute noch gering ist."

Zum 3. FRA Medien Treff am Frankfurter Flughafen hatten die Hessische Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien und Fraport eingeladen. Rund 350 Gäste folgten der Einladung zur Gesprächsrunde und der abendlichen Gala. son
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