"FR" will auf weiteres Outsourcing verzichten

Montag, 13. Oktober 2008

Die "Frankfurter Rundschau" wird offenbar nun doch nicht in mehrere Gesellschaften aufgespalten. Manfred Moss, Fachbereichsleiter Medien des Verdi-Landesbezirks Hessen, bestätigt auf Anfrage von HORIZONT.NET, dass die Geschäftsführung einen Kurswechsel vorgenommen hat. "Wir suchen nun eine gemeinsame Lösung, um die Einheit des Unternehmens zu sichern", so Moss. Statt um Ausgründung gehe es in den Verhandlungen nun darum, Kosten sozialverträglich einzusparen. Noch in diesem Jahr will die Gewerkschaft zu einem Ergebnis kommen. Im April hatte die "FR" mit der Ausgliederung der Bereiche Grafik, Layout, Bild, technische Redaktion und Produktionssteuerung in die Tochtergesellschaft FR-Design für Schlagzeilen gesorgt. Im Juni rief Verdi die rund 700 FR-Beschäftigten zum Streik auf, um die Forderung nach tariflichen Standards zu untermauern und gegen weitere Ausgründungen zu protestieren. Für die Mitarbeiter von FR-Design gilt laut Verdi derzeit keine einheitliche Regelung. Die Tochtergesellschaft falle nicht unter den Flächentarifvertrag und auch einen eigenen Haustarifvertrag gebe es noch nicht. Einige FR-Beschäftigte seien jedoch bei ihrem Wechsel zur Design-Tochter zu tariflichen Konditionen übernommen worden.

Ginge es nach Verdi, sollte die Ausgründung von FR-Design wieder rückgängig gemacht werden. Obwohl die Geschäftsführung nun von weiteren Outsourcing-Maßnahmen absehen will, wird die Reintegration der Tochter wohl nur schwer durchsetzbar sein. bn

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