"FR" drückt SPD-Medienholding DDVG in die roten Zahlen

Donnerstag, 20. Juni 2013
Die Verluste der "Frankfurter Rundschau" belasten die DDVG
Die Verluste der "Frankfurter Rundschau" belasten die DDVG


Im vergangenen Jahr hat die Deutsche Druck- und Verlagsgesellschaft (DDVG) rund 14,1 Millionen Euro Verlust gemacht. Die Medienholding der SPD ist besonders durch das Engagement bei der "Frankfurter Rundschau" unter Druck geraten, die sie Anfang des Jahres an die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" verkauft hat.
Nicht nur die Insolvenz der "FR", auch die Schließung der Offset-Druckerei in Bayreuth und die Einstellung der Vermarktung von Hochseekreuzfahrten hat der DDVG das Ergebnis verhagelt. Insgesamt lag der Wertberichtigungsbedarf bei rund 25 Millionen Euro. Trotz des Verlustes hat die SPD aus dem in Vorjahren thesaurierten Bilanzgewinn eine Gewinnausschüttung von 1,7 Millionen Euro erhalten. Der vorgetragene Bilanzgewinn betrug 2012 rund 21,7 Millionen Euro. Der Vortrag für 2013 beläuft sich nun nach Abzug des Verlustes für 2012 und der Ausschüttung auf 7,6 Millionen Euro.

Das Betriebsergebnis sank 2012 auf 13 Millionen Euro, nach 15,9 Millionen im Vorjahr, der Cashflow auf 9,7 Millionen Euro (2011: 13,2 Millionen). Für das laufende Jahr rechnet DDVG-Geschäftsführer Jens Berendsen wieder mit "einem soliden Gewinn".

Von optimistischer Stimmung ist Berendsen jedoch weit entfernt. Die Geschäftsführung geht auch in den nächsten Jahren von rückläufigen Anzeigen- und Druckumsätzen sowie rückläufigen Auflagen aus. Insofern gäbe es keine Entwarnung "hinsichtlich der Notwendigkeit, die Kostenseite zu optimieren", teil die DDVG mit.

Um die Rückgänge zu kompensieren, orientiert sich auch die DDVG in Richtung Digital. Dazu hat die Holding Tivola Ventures gegründet. Die Firma soll Start ups unterstützen. Das erste Engagement ist der Einstieg bei Avocadostore.de, einem Portal für nachhaltige Produkte. pap
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