"FR": Erstes konkretes Angebot von türkischem Verleger Burak Akbay

Dienstag, 19. Februar 2013
An einer Übernahme der "FR" besteht ernsthaftes Interesse aus der Türkei
An einer Übernahme der "FR" besteht ernsthaftes Interesse aus der Türkei


Burak Akbay hat offenbar Wort gehalten: Der türkische Verleger ist einer der Interessenten an der Übernahme der insolventen "Frankfurter Rundschau" - und hat nun wie angekündigt ein konkreteres Angebot für die schwer angeschlagene Zeitung vorgelegt. Das berichtet die "Taz". Akbay hatte bereits zuvor für die "FR" geboten, die Offerte war jedoch abgeschmettert worden. Nun sei "ein verbessertes und konkretes Angebot" an die Insolvenzverwaltung versandt worden, zitiert die "Taz" Ali Gülen, den Sprecher von Akbays Medienunternehmen Estetik Yayincilik. "Unsere Anwälte haben es am Wochenende fertiggestellt und formgerecht per Post losgeschickt", so Gülen. Die Insolvenzverwaltung bestätigt den Vorgang: Ein Angebot aus Istanbul sei den Gläubigern vorgelegt worden, sagte Ingo Schorlemmer, Sprecher von Insolvenzverwalter Frank Schmitt, der Nachrichtenagentur dpa.

Es handele sich dabei allerdings um das erste wirkliche Angebot des türkischen Verlegers, "das andere Schreiben per E-Mail war eine Absichtserklärung", so Schorlemmer. Ob es sich bei Akbays Offerte um ein "ernsthaftes und konkurrenzfähiges" Angebot handelt, wie von der Insolvenzverwaltung gefordert, konkretisierte Schorlemmer zunächst nicht. Estetik Yayincilik könnte nach Akbays Plänen die "FR" samt Druckerei übernehmen, "mit etwa 80 Mitarbeitern im Verlag und 30 in der Druckerei", so Gülen zur "Taz".

Dass Akbay sein Interesse an der "FR" bekräftigt hat, dürfte die Position der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" im Bieterkampf schwächen. Der konservative Lokalkonkurrent der "FR" hatte sich ebenfalls an einer Übernahme der insolventen Tageszeitung interessiert gezeigt, derzeit prüft das Bundeskartellamt diese Option. Die Behörde untersucht, ob bei einer Übernahme der "FAZ" die Voraussetzungen für eine Sanierungsfusion vorliegen. Dafür ist unter anderem entscheidend, ob die bestehende Marktposition der "Rundschau" bei deren Ausscheiden ohnehin der "FAZ" zufallen würde und ob es einen ernsthaften alternativen Erwerber gebe.

Bis Ende Februar ist das Erscheinen der "FR" noch gesichert, eine Verlängerung der Frist gilt als unwahrscheinlich. Und egal, wer den Zuschlag letztendlich bekommt: Ein Großteil der fast 500 Mitarbeiter wird arbeitslos werden. Deswegen protestierte die Belegschaft heute auf dem Frankfurter Karl-Gerold-Platz für einen gesicherten Sozialplan. ire
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